Die Frage nach der Vereinbarkeit des biblischen Erzählens von der Entstehung der Menschheit und der modernen genetischen Daten über die Gefahr von Inzucht (Inzucht) ist eine der schwierigsten Punkte der Begegnung zwischen Wissenschaft und Religion. Einerseits beschreibt das Buch Genesis die Entstehung aller Menschen aus einem Paar — Adam und Eva — und später, nach der Sintflut, aus der Familie Noah. Andererseits zeigt moderne Genetik eindeutig, dass Inzucht das Risiko der Manifestation schädlicher rezessiver Mutationen erheblich erhöht, die zu erblichen Krankheiten führen. Die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs liegt in der Interpretation sowohl heiliger Texte als auch wissenschaftlicher Fakten.
Genetische Mechanismen des Risikos bei Inzucht
Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Gefahr der Inzucht durch die Verteilung rezessiver Allele in der Population bedingt — Varianten von Genen, die nicht in Anwesenheit eines dominanten, gesunden Allels exprimiert werden. Jeder Mensch ist Träger mehrerer solcher versteckten, potenziell schädlichen Mutationen. In einer vielfältigen Population ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Träger einer gleichen rezessiven Mutation aufeinander treffen, gering. Bei nahen Verwandten mit gemeinsamen Vorfahren ist der genetische Satz sehr ähnlich. Infolgedessen hat ihr Nachwuchs mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Kopien eines schädlichen rezessiven Allels (jeweils eine von jedem Elternteil) geerbt, was zur Manifestation einer erblichen Krankheit führt, wie z.B. Zystische Fibrose, Phenylketonurie oder verschiedene Formen eines Immundefekts.
Biblische Paradigma und seine theologischen Interpretationen
Das biblische Erzählung, wenn es wörtlich verstanden wird, impliziert die Unvermeidlichkeit von Inzucht am Anfang der Menschheit. Die Kinder Adams und Evas (Kain, Abel und Seth) konnten nur durch Verbindung miteinander oder, wie einige apokryphische Deutungen vorschlagen, mit anderen «Menschenfrauen», die direkt im kanonischen Text nicht erwähnt ...
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