Die Geschichte der Vitalienbrüder ist eine Geschichte des Piraterie, die aus einem Krieg entstanden ist, aber sich zu einem eigenen Phänomen entwickelt hat, das den Handel und die Politik Nordeuropas am Ende des 14. Jahrhunderts beeinflusst hat. Diese Seeräuber wurden zum Symbol der Anarchie und des Verzweifelns in einer Ära, in der das Meer nicht nur eine Straße für Kaufleute, sondern auch eine Arena für den Kampf der Mächte war. Trotz des romantischen Glanzes waren die Vitalienbrüder ein komplexes Phänomen, das Elemente militärischer Strategie, wirtschaftlichen Überlebens und sozialer Rache vereinte.
Entstehung aus dem Krieg
Die Wurzeln der Vitalienbrüder reichen zurück bis in das Nordische Krieg am Ende des 14. Jahrhunderts, als Dänemark, Norwegen und Schweden um die Macht im Baltikum kämpften. Eine besondere Rolle spielte der Kampf um die reiche Hansestadt Wisby auf der Insel Gotland. Im Jahr 1391 kam es während des Konflikts zwischen dem dänischen König Erik von Pommern und den schwedischen Adligen zu einem Konflikt, bei dem auf der Seite der Schweden aufständische Seemänner eingesetzt wurden, die mit Nahrungsmitteln versorgt wurden — «vittualien» — daher ihr Name: Vitalienbrüder, das heißt «Brüder der Versorgung», oder «Brüder der Versorgung».
Am Anfang erfüllten sie tatsächlich die Rolle von Seemännern, die die Blockade durchbrachen und Nahrungsmittel in belagerte Städte brachten. Mit der Zeit aber wurden diese «Meereshelfer» unabhängig von ihren Auftragnehmern und wandelten sich in eine selbstständige Kraft um, die von Plünderung und Schmuggel lebte.
Vom Auftragnehmer zum Piraten
Nach dem Ende des Krieges blieb ein großer Teil der Vitalienbrüder ohne Einkommen. Ihre Schiffe, Erfahrung und Waffen hatten keine legale Anwendung mehr, und das Meer blieb das einzige Raum, in dem man überleben konnte. Sie begannen, auf Hansehandelsflotten zu angreifen, ohne zwischen ehemaligen Verbündeten und Feinden zu unterscheiden.
Ihre Basen wurden die Inseln Gotland und Ösel ...
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