Debüрокratisierung in der modernen staatlichen Verwaltung: Konzepte, Instrumente und Paradoxe
Einführung: von der Kritik an Weber zur Suche nach einer neuen Paradigma
Die Débüрокratisierung in der modernen öffentlichen Verwaltung stellt nicht die Abschaffung der Bürokratie an sich dar, sondern einen bewussten Transformationsprozess. Ziel ist es, die Defizite der klassischen weberischen Modell (Rigidität, Bürokratie, Entfremdung) zu überwinden, während ihre wesentlichen Vorzüge beibehalten werden: Vorhersagbarkeit, Neutralität und Rechenschaftspflicht. Dies ist ein Übergang von einer administrativen Verwaltung, die sich auf Prozesse (process-driven) konzentriert, zu einer Verwaltung, die sich auf Ergebnisse und Bürger (outcome-driven & citizen-centric) konzentriert. Konzeptionell basiert es sich auf Ideen des New Public Management (NPM), der digitalen Verwaltung (Digital-Era Governance) und der Co-Produktion von Dienstleistungen.
1. Theoretische Grundlagen und Treiber
Impulse zur Débürokratisierung stammen aus mehreren Quellen:
Ökonomisch: Druck auf die Effizienz des Haushaltsmittelverbrauchs, Forderungen nach Senkung der Transaktionskosten für Unternehmen und Bürger.
Technologisch: Digitale Plattformen ändern grundlegend die Logik der Dienstleistungserbringung, machen viele Zwischenstufen und Papierträger überflüssig.
Sozial-politisch: steigende Anforderungen an Transparenz, Rechenschaftspflicht und Komfort seitens der Bürger, Ermüden von übermäßiger Verwaltung.
Verwaltung: das Bewusstsein für den Sackgassencharakter des ständigen Verkomplizierens von Regeln und Kontrollen zur Lösung neuer Probleme.
2. Schlüsselrichtungen und Instrumente der Débürokratisierung
2.1. Digitalisierung als Haupttreiber:
Erstellung eines «einsamen Fensters» in der digitalen Umgebung. Der Portal GOV.UK, der 2012 von der britischen Government Digital Service (GDS) gestartet wurde, wurde zum Maßstab. Er hat Tausende von Websites staatlicher Behörden in eine einzige Plattform mit einem ei ...
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