Falsches Schuldgefühl vor eigenen Kindern: Wenn das elterliche «sollte» zur Haft ist Es kommt unauffällig. Abends, wenn das Kind bereits schläft und du auf der Küche sitzt, eine Tasse abgekühlten Tees in der Hand. Du durchstöberst den verpassten Tag im Kopf: zu wenig Zeit, zu wenig Aufmerksamkeit, zu scharfer Ton, zu wenige Spielzeuge. Etwas tief inside kocht dieses klebrige, zähe Gefühl, das du Schuldgefühl nennst. Du denkst: «Ich bin eine schlechte Mutter», «Ich bin nicht genug guter Vater», «Mein Kind verdient mehr». Dieses Gefühl ist fast jedem Elternteil bekannt, aber selten jemanden bewusst, dass ein großer Teil davon falsch ist. Es hat nichts mit realen Fehlern zu tun, es wird geboren aus Idealen, die niemand erreichen kann, und Erwartungen, die niemand formuliert hat. Um aus diesem Gefängnis herauszukommen, muss man verstehen: was wir wirklich unserem Kind geben müssen, und was nur eine Illusion der Schuld ist, die von außen vorgeschoben wird. Woher das falsche Schuldgefühl kommt Das falsche Schuldgefühl ist nicht das Ergebnis eines tatsächlichen Fehlers, sondern das Ergebnis der Unstimmigkeit zwischen der Realität und einem bestimmten idealen Bild des «guten Elternteils». Dieses Bild wird aus vielen Quellen konstruiert: aus sozialen Netzwerken, wo Mütter perfekte Frühstücke und lachende KinderGesichter posten; aus Ratschlägen von Freundinnen und Verwandten, die «immer wissen, wie man es richtig macht»; aus eigenen Kindheitstraumen und dem Glauben, dass «es bei mir besser sein muss als bei meinen Eltern». Als Ergebnis beginnen wir, von uns selbst das Unmögliche zu verlangen: gleichzeitig ein perfekter Erzieher, ein Freund, finanzielle Sicherheit und ein Psychotherapeut zu sein. Und wenn wir nicht zurechtkommen, fühlen wir uns schuldig. Aber denk daran: braucht ein wirkliches Kind eine perfekte Mutter oder einen perfekten Vater? Oder braucht es einen lebendigen, echten Menschen, der manchmal müde ist, Fehler macht und auch lernt, Eltern zu sein? Was wir ...
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