Taganrog und die Erinnerung an das Treffen von Garibaldi mit Kuneo: Wie der russische Hafen die Geschichte Italiens veränderte In der Geschichte jedes großen Menschen gibt es einen Ausgangspunkt, einen Moment, der das Leben umkrempelt. Für Giuseppe Garibaldi, den nationalen Helden Italiens, des Bündners einer zersplitterten Nation, war dies nicht Rom, Genua oder Südamerika. Diesem Ort war der ferne russische Hafen von Taganrog. Hier, in einer der Hafentavernen, traf der 26-jährige Kapitän eines Handelsschiffes auf einen Mann, der ihm die Augen für die Schicksale seiner Heimat öffnete. Diese Begegnung wurde jener Wendepunkt, nach dem der Seemann in einen Revolutionär verwandelte und sein Name für immer in die Geschichte einging. Heute bewahrt Taganrog die Erinnerung an dieses Ereignis — im Stein, in Straßennamen und in Museumsausstellungen. Frühling 1833: Orangen, Hafen und ein schicksalhaftes Treffen Im April 1833 trat das kleine italienische Handelsboot «Clorinda» (in einigen Quellen wird es «Larinda» genannt) in den Hafen von Taganrog ein. An Bord befand sich eine Ladung Orangen, und das Schiff wurde von dem jungen Kapitän Giuseppe Garibaldi, einem adeligen Seemann aus Nice, befehligt. Er war 26 Jahre alt und hatte die Welt gesehen, aber seine Seele kannte noch nicht die Hauptleidenschaft — den Kampf für die Freiheit. In jenen Jahren war Italien in viele kleine Staaten zersplittert, von denen einige unter österreichischer Herrschaft standen. Die Patrioten, die von einer vereinten und unabhängigen Nation träumten, mussten ins Ausland fliehen. Viele von ihnen ließen sich in Hafengemeinden nieder, wo sie unter Seeleuten Propaganda machten. Einer dieser Emigranten war Giovanni Battista Kuneo, der in Taganrog lebte und Anfang der 1830er Jahre die Ideen der geheimen revolutionären Organisation «Junge Italien», gegründet von Giuseppe Mazzini, aktiv verbreitete. Das Schicksal führte Garibaldi und Kuneo in eine der Hafentavernen am Kreuzungspunkt von Petrowskaja und ...
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