In welchem Alter und mit welchen Spielen interessiert sich das Kind für das Spielen mit Eltern und Erwachsenen: Die Evolution des Spiels als Dialog
Einleitung: Spiel als gemeinsam geteilte Aufmerksamkeit
Das Interesse des Kindes am gemeinsamen Spiel mit Erwachsenen ist keine konstante Größe, sondern ein dynamischer Prozess, der die Phasen seiner kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung widerspiegelt. Im Grunde ist es ein Dialog, bei dem der Erwachsene mal als „Servicepersonal“ und sichere Basis, mal als gleichberechtigter Partner, mal als Gegner und Regelgeber auftritt. Altersbedingte Spielpräferenzen sind eng mit der Entwicklung zentraler psychischer Funktionen verbunden: Objektpermanenz, Sprache, abstraktes Denken, sozialer Intellekt.
Frühe Kindheit (0–1,5 Jahre): sensomotorische und sozial-emotionale Spiele
Das Kind entdeckt die Welt durch Wahrnehmungen und Handlungen. Die führende Aktivität ist emotional-persönliche Kommunikation. Die Spiele sind einfach, zyklisch und basieren auf Vorhersagbarkeit.
Schlüsselspiele: „Kuckuck“ (Training der Objektpermanenz), „Elster-Krähe“ (taktiler Kontakt, Rhythmus), „Über die Hügel“ (rhythmisches Schaukeln), vereinfachtes Versteckspiel (Erwachsener versteckt das Gesicht), Ballrollen, Stapeln von Bauklötzen, die der Erwachsene beim Bauen unterstützt und mit Getöse zerstört.
Rolle des Erwachsenen: Aktiver Initiator und Leiter. Der Erwachsene benennt die Handlungen, kommentiert emotional, schafft eine sichere und vorhersagbare Welt. Das Kind reagiert mit Lachen, Staunen, Wiederholungsversuchen.
Wissenschaftliche Tatsache: Spiele wie „Kuckuck“ (peek-a-boo) sind ein kulturübergreifendes Phänomen. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung der Objektpermanenz (J. Piaget) und der Fähigkeit zur gemeinsam geteilten Aufmerksamkeit – der Fähigkeit, dem Blick und der Handlung einer anderen Person zu folgen, was eine Voraussetzung für Sprache und soziales Erkennen ist.
Frühes Vorschulalter (1,5–3 Jahre): symbolische und ...
Читать далее