In den USA gibt es ein Gesetz, das wie der Titel eines romantischen Western klingt: "Gesetz über wilde Pferde und Esel" (Wild Free-Roaming Horses and Burros Act). Es wurde 1971 verabschiedet und ist weltweit einzigartig: Tiere, die rechtlich als "wild" gelten, erhielten Schutz auf Bundesland. Kein anderes Land hat ein solches Gesetz. Dahinter steht eine lange Geschichte des Kampfes, der Grausamkeit und der Hoffnung. Heute ist dieses Gesetz gleichzeitig Schutzmantel und Steine. Wir erläutern, wie es funktioniert, warum es notwendig ist und warum es Streit verursacht. Vorgeschichte: Wie die Mustangs zu einem Problem wurden Als die Europäer Pferde nach Amerika brachten, flohen viele oder wurden freigelassen. Bis zum 19. Jahrhundert zogen Millionen Mustangs durch die Prärien. Bauern und Viehzüchter sahen sie als Konkurrenten um Weide und Wasser. Es begann ein Massaker: Mustangs wurden geschossen, vergiftet, gefangen genommen für Tierquäler (für Katzenkonserven, Dünger). Bis zu den 1950er Jahren war die Population auf 25 000-30 000 Tiere gesunken. Für die Mustangs kämpfte die Aktivistin Wilda J. Barrett ("Wild Horse Annie"). Dank ihrer Kampagne, Briefen an den Kongress und Dokumentationen änderte sich die öffentliche Meinung. 1959 wurde der erste Mustang-Schutzgesetz verabschiedet, aber er war schwach. Der Durchbruch kam 1971, als Präsident Richard Nixon das Wild Free-Roaming Horses and Burros Act unterzeichnete. Hauptbestimmungen des Gesetzes Das Gesetz erklärte wilde Pferde und Esel zu "lebenden Symbolen des historischen und pionierischen Geistes des Westens". Sie erhielten Schutz auf Land, das vom Bureau of Land Management (BLM) und dem United States Forest Service verwaltet wird. Wichtige Punkte: Verbot der Entnahme, Verletzung, Tötung dieser Tiere ohne spezielle Erlaubnis; Anerkennung als Teil der natürlichen Umgebung, nicht als "wilder Haustier"; Übertragung der Aufgabe an das BLM, die Population "auf einem Niveau zu verwalten, das einen gesunden Ausgleich m ...
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