Kinder und ihre Schicksale in den Werken von Charles Dickens
Einführung: Das Kind als Objekt und Subjekt
Das Thema Kindheit ist zentral in der Literatur von Charles Dickens, das weit über sentimentale Darstellungen hinausgeht. Das Kind bei Dickens ist ein komplexer soziokultureller Konstrukt, der dreifache Funktion erfüllt: Objekt einer brutalen sozialen Ausbeutung, Symbol einer unbeschmutzten moralischen Reinheit und Subjekt, dessen Leid ein universelles Maß für Ungerechtigkeit in der Welt der Erwachsenen darstellt. Die Schicksale der Kinder in seinen Romanen sind eine direkte Projektion der Krankheiten der viktorianischen Gesellschaft: Armut, Unrecht, institutionelle Grausamkeit und moralische Verfall.
1. Kindesopfer: soziale Kritik durch Leid
Dickens, whose own childhood was overshadowed by factory work and his father's debt prison, created a Galerie von Kindern, deren Schicksale ein Anklageakt wurden.
Oliver Twist — ein archetypisches Kindeswaisen, ein passives Objekt, das von Hand in Hand geht: das Arme-Leute-Haus, das Morghaus, die Bande der Diebe. Sein Schicksal zeigt den völligen Scheitern des Systems der Armenfürsorge (Poor Law). Seine wunderbar erhaltene Unschuld und seine edle Herkunft sind weniger psychologische Wahrheit als moralische Allegorie: Güte ist innewohnend und unzerstörbar, selbst im Höllenfeuer. Dies ist ein Mythos, der für die Bestätigung der Hoffnung notwendig ist.
Smollett («Kalter Haushalt») ist ein tragischer Antipod von Oliver. Der Junge ist ein süßlicher, dessen Geist und Energie vollständig verdorben werden durch das System (das Büro) und seine Beamten (Herr Chancellor). Sein Schicksal ist geistige und physische Verfallung, die zum Tod führt. Er ist ein Beispiel dafür, wie ein System nicht nur ausbeuten, sondern auch aktiv verderben kann.
Die Opfer von «Dombey and Son»: Der verstorbene Paul Dombey aus Mangel an Liebe in Reichtum und Florence, die auf väterliches Gleichgültigkeit verurteilt ist. Hier kritisiert Dickens nicht mehr Armut ...
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