Kritik der Konzept von „Konzert Europas“: Hierarchie, Repression und Illusion des Ordnungs
Das „Konzert Europas“ (1815-1914), die nach dem Wiener Kongress entstandene System kollektiver Sicherheit der Großmächte (Russland, Österreich, Preußen, Großbritannien, Frankreich), wird traditionell als Beispiel erfolgreicher Diplomatie dargestellt, die fast ein Jahrhundert lang ein allgemeines europäisches Krieges ausgeschlossen hat (Pax Britannica). Allerdings zeigt eine kritische Analyse dieser Modell ihre tief problematische Essenz: Es war ein konservativer, elitärer und repressiver Mechanismus, der, notwendige Veränderungen unterdrückend, letztendlich die Samen für einen noch größeren Konflikt gewachsen hat.
1. Antidemokratischer und antinationaler Charakter
Der Hauptprinz des „Konzerts“ — Legitimismus — bedeutete die Unterstützung der „gesetzlichen“ (d.h. traditionellen, oft monarchischen) Dynastien und die Ablehnung des nationalen und liberalen Souveränitätsrechts der Völker.
Unterdrückung nationaler Bewegungen: Das „Konzert“ betrachtete Nationalismus als tödliche Bedrohung der Stabilität. Dies wurde besonders im harten Unterdrückung der Aufstände in Italien (1820-1821, 1831) durch Österreich und, was besonders charakteristisch ist, im Zerstörung des Novemberaufstands in Polen (1830-1831) durch das zaristische Russland bei stillschweigendem Einverständnis der anderen Mächte sichtbar. Polen, dessen nationale Bestrebungen auf dem Wiener Kongress ignoriert wurden, wurde die Hauptopfer des Systems.
Abneigung gegen Revolutionen und Liberalismus: Der Heilige Bund (ideologische Grundlage des „Konzerts“) erklärte offiziell das Recht auf Intervention gegen die revolutionäre „Infektion“. Dies führte zur französischen Intervention in Spanien (1823) zur Wiederherstellung des Absolutismus des Königs Ferdinand VII und zum österreichischen Einmarsch in Neapel und Piemont (1821). Das System arbeitete daran, das politische Entwicklung ganzer Regionen zu ersticken.
Kritik: Das „Konzert“ ...
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