Der Kosmos ist die letzte Grenze. Oder die erste? In ihm gibt es keine nationalen Grenzen, keine Armeen, keine Zollbehörden. Nur unendliche Leere, Kälte und Sterne, die gleich für alle leuchten. Paradox: Das unfreundlichste Ort im Universum ist für die Menschheit das gastfreundlichste Feld für Zusammenarbeit. Hier, in der Umlaufbahn, treten Politik und Ideologien vor der Notwendigkeit zurück, gemeinsam zu überleben.Beginn: Wettlauf und seine LehrenDer Satellit, Gagarin, die Landung auf dem Mond — alles das war Teil des Kalten Krieges. Das Rennen zwischen zwei Supermächten. Aber auch in der Mitte des Rennens wurden Stimmen für den Frieden gehört. Im Jahr 1975 stießen «Apollo» und «Sojus» im Weltraum zusammen. Ein Händeschlag in der Schwerelosigkeit wurde zum Symbol dafür, dass Feinde auf höherer Ebene einen gemeinsamen Nenner finden können. Diese Ankuppelung war nicht nur ein technisches Erreichen, sondern auch ein politischer Akt. Sie zeigte: Der Weltraum kann eine Brücke sein, nicht eine Mauer.ISS: Labor ohne GrenzenDie Internationale Raumstation ist der teuerste und komplexeste Projekt in der Geschichte der Menschheit. 16 Länder, fünf Raumfahrtagenturen, Tausende von Wissenschaftlern, Ingenieuren, Astronauten. Auf der ISS gibt es keine «unsere» und «eure». Es gibt eine gemeinsame Zielsetzung: Das Leben in einem luftdichten Modul zu unterstützen, Experimente durchzuführen, die Erde zu betrachten. Dort, auf einer Höhe von 400 Kilometern, erscheinen politische Differenzen lächerlich. Wenn man sieht, wie dünn die Atmosphäre ist und wie zerbrechlich der Planet, hört man auf, an Grenzen zu denken.Zukunft: Mondtore und MarskolonienDer nächste Schritt ist eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond. Das Projekt «Lunar Gateway» ist eine neue ISS, nur um den Erdtrabanten herum. Sie wird von den USA, Europa, Japan, Kanada, Russland und sogar China (unter eigenen Bedingungen) gebaut. Das ist keine Konkurrenz, sondern Kooperation. Jedes Land bringt seinen Modul, seine Technologien, s ...
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