Erkrankungen des Menschen in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts und in der Zukunft: Evolution von Pathogenen und Pathologien
Das Beginn des 21. Jahrhunderts wurde zur Ära des epidemiologischen Übergangs, in der akute Infektionen als Haupttötenden durch chronische nichtinfektiöse Erkrankungen abgelöst wurden, jedoch hat die Pandemie COVID-19 die anhaltende Bedrohung durch neue Pathogene schmerzhaft in Erinnerung gerufen. Das Wohlbefinden der Menschheit wird derzeit durch das komplexe Wechselspiel von Biologie, Technologie, Ökologie und Gesellschaft bestimmt.
Dominierte Realität: chronische nichtinfektiöse Erkrankungen (CNIE)
Diese Erkrankungen, die durch ein langes Verlauf und multifaktorielle Ursachen gekennzeichnet sind, machen über 70% der globalen Mortalität aus (nach Daten der WHO).
Kardiovaskuläre Erkrankungen (KVE). Sie bleiben der Haupttödliche Feind. Ihr «Jungsein» und ihre Verbreitung in Entwicklungsländern sind mit Urbanisierung, Hypodynamie, Diäten mit hohem Anteil an ultrabearbeiteten Produkten, Transfetten und Zucker verbunden. Interessanter Fakt: Künstliche Intelligenz wird bereits zur Analyse von EKG-Daten und Scans der Koronararterien verwendet, um den Risiko eines Infarkts mit einer Genauigkeit vorherzusagen, die über traditionelle Methoden hinausgeht.
Onkologische Erkrankungen. Krebs ist nicht mehr ein eindeutiger Todesurteil, sondern hat sich in ein immer besser kontrolliertes chronisches Zustand verwandelt. Die Revolution wurde durch die Immunonkologie (Therapie mit Inhibitoren der Kontrollpunkte, CAR-T-Zelltherapie) ausgelöst, die das Immunsystem des Patienten lehrt, Tumoren zu erkennen und zu zerstören. Allerdings steigt die Inzidenz von Krebsen, die mit Lebensstil und Ökologie in Verbindung stehen (Darmkrebs, Melanom).
Metabolische und endokrine Störungen. Diabetes Typ 2 hat die Ausmaße einer Pandemie angenommen, die direkt mit Adipositas verbunden ist. Dies ist nicht nur eine Krankheit des Kohlenhydratstoffwechsels, sondern ein systemisch ...
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