Olympische Spiele und das Freiwilligendienstbewegung: sozialer Kapital eines Großereignisses
Entstehung des Freiwilligendienstinstituts im Kontext der Spiele
Das Phänomen des ehrenamtlichen, kostenlosen Arbeitens im Rahmen der Olympischen Spiele hat tiefgreifende historische Wurzeln, die bis zu den öffentlichen Initiativen zur Organisation sportlicher Festivals in der Antike zurückreichen. Allerdings hat sich das Freiwilligendienstinstitut im modernen Format relativ erst recent entwickelt. Trotz der Einbindung von Helfern auf nicht kommerzieller Basis in London (1948) und Helsinki (1952) gilt das Jahr 1980 — die Sommerspiele in Lake Placid — als offizieller Ausgangspunkt. Damals hat der Organisationskomitee erstmals systematisch die Rekrutierung, Schulung und Organisation der Freiwilligen angegangen, ihre wirtschaftliche und soziale Wertigkeit erkannt. Der Erfolg dieser Modell wurde durch die Spiele in Los Angeles (1984) gefestigt, wo die Arbeit von etwa 30.000 Freiwilligen nicht nur die Kosten minimierte, sondern auch eine einzigartige Atmosphäre der Gastfreundschaft schuf. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Freiwilligendienstkorps zu einem unverzichtbaren und strukturellen Element jedes olympischen Großereignisses.
Wirtschaftliche und funktionale Bedeutung
Aus wissenschaftlicher Sicht stellt der Freiwilligendienst eine spezifische wirtschaftliche Ressource dar, die erhebliche finanzielle Aufwendungen ersetzt. Der Gesamtbeitrag der Freiwilligen entspricht Hunderten von Millionen Dollar. Zum Beispiel haben bei den Spielen in London (2012) etwa 70.000 «Game Makers» etwa 8 Millionen Stunden gearbeitet, was nach Studien bis zu 100 Millionen Pfund Sterling für den Organisationskomitee einsparte. Funktionell erfüllen die Freiwilligen bis zu 30% des gesamten Arbeitsvolumens, umfassen die breiteste Palette von Bereichen: von der Begrüßung von Delegationen am Flughafen und Akkreditierung bis zur Unterstützung auf Sportanlagen, der Arbeit mit den Medien und der Organisation von ...
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