„Porphyrie“ als byzantinischer Phänomen: Medizin, Dynastie und sakrale Macht
Einleitung: Die genetische Geheimnis in den „Purpurwölbungen“
„Porphyra“ (griech. porphyra) — ein kostbarer purpurfarbener Farbton, der aus seltenen Muscheln gewonnen wurde und in Byzanz als exklusives Attribut der Kaiserlichen Macht diente. Geboren „in Porphyra“ (Porphyrogennetos) bedeutete, in einer speziellen Kammer des Konstantinopoler Palastes, die mit purpurfarbenem Porphyra verkleidet war, auf die Welt zu kommen, was die Legitimität und die göttliche Wahl des Erben betonte. Der Phänomen „Porphyrie-Krankheit“ wird normalerweise aus der Perspektive der Instabilität der Kaiserlichen Macht in Byzanz betrachtet. Die Macht wurde nicht immer vererbt, insbesondere im frühen Stadium der Staatsexistenz. Auf den Thron stiegen unerwartete Persönlichkeiten: Justinian I, sein Neffe Justinian, die Kaiserin Theodora und andere. In diesem Fall wird unter „Porphyrie-Krankheit“ nicht die politische Metapher, sondern eine hypothetische genetische Krankheit verstanden, die vermutlich die byzantinischen Dynastien heimsuchte, die den körperlichen Leiden des Herrschers mit dem sakralen Status verband. Dieses Phänomen liegt am Übergang von der medizinischen Geschichte, der dynastischen Politik und der kulturellen Anthropologie.
1. Hypothese über die Porphyrie: medizinische Rückschau
În den 1960er Jahren stellte der britische Psychiater und Biochemiker Idris McAlpine eine sensationelle Hypothese auf, dass der berühmte britische König Georg III., der unter Anfällen von Wahnsinn litt, an akuter intermittierender Porphyrie litt — einer seltenen genetischen Krankheit, die den Synthese von Häm (Bestandteil des Hämoglobins) stört. Später vermuteten er und andere Forscher, dass ähnliche Symptome auch bei den byzantinischen Kaisern auftreten könnten.
Porphyrie ist eine Gruppe von Krankheiten, bei denen im Körper Porphyrine, toxische Vorläufer von Häm, ansammeln. Die akute intermittierende Form (OAP) kann folgende Sym ...
Читать далее