Porträt eines gewissenhaften Anwalts: Berufsethik als angewandte Wissenschaft
Das Konzept der "Gewissenhaftigkeit" in der Anwaltstätigkeit geht über einfache Anständigkeit hinaus. Es ist ein komplexes System professionellen Verhaltens, das auf Gesetzen, ethischen Kodizes und von der rechtlichen Gemeinschaft entwickelten Standards basiert. Ein gewissenhafter Anwalt ist nicht nur ein "guter Mensch", sondern ein hochfunktionierender rechtlicher Technologe, whose Arbeit auf wissenschaftlich fundierten Prinzipien basiert.
Methodische Grundlage: Prinzipien vs. kurzfristiger Vorteil
Die Handlungen eines gewissenhaften Anwalts sind durch ein System miteinander verbundener Prinzipien strukturiert, die im Bundesgesetz "Über die Anwaltstätigkeit und die Anwälte in Russland" und im Kodex der beruflichen Ethik der Anwälte (KPEA) verankert sind.
Rechtlichkeit als Axiom. Seine Position wird immer im rechtlichen Bereich aufgebaut. Er verwendet keine "schwarzen" Schemata, die zu deren Anfechtung führen. Zum Beispiel wird er bei der Anfechtung eines Vertrags nicht nur die formellen Gründe (§ 168 GKG) analysieren, sondern auch die gerichtliche Praxis zu bestimmten Delikten, indem er die Risiken des Verlusts für den Kunden bewertet.
Professionelle Unabhängigkeit. Er rät dem Kunden nicht, was dieser hören möchte, sondern was dem Gesetz und der rechtlichen Zwecklichkeit entspricht. Seine Loyalität ist dem Gesetz und den Interessen der Gerechtigkeit, die letztlich der Schutz des Kunden dienen. Er ist in der Lage, von der Führung eines Falles illegalen Mitteln abzusehen, selbst unter Druck.
Geheimhaltung (Anwaltliche Geheimhaltung). Dies ist nicht nur eine Regel, sondern eine Technologie der Arbeit. Alle Informationen des Mandanten werden festgestellt und geschützt, beginnend mit den prozessualen Garantien (§ 8 des Gesetzes über die Anwaltschaft). Ein deutliches historisches Beispiel ist der Prinzip, der von den römischen Juristen dargestellt wurde: selbst unter der Bedrohung von Strafen h ...
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