Sankt Nikolaus und Weihnachtsmann im Weltraum und der Luftfahrt: Technischer Volksglaube und wissenschaftlicher PR
Die Bilder von Sankt Nikolaus und Weihnachtsmann scheinen archetypisch an die Erde, Schlitten und Elche gebunden. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind sie jedoch vollwertige «Teilnehmer» der Luft- und Raumfahrtprogramme geworden, die Funktionen der psychologischen Entspannung, eines Instruments der Öffentlichkeitskommunikation und sogar eines Objekts der wissenschaftlichen Modellierung übernehmen. Ihre Integration in hochtechnologische Bereiche ist ein einzigartiges Beispiel für die Interaktion von Mythos und Wissenschaft.
Frühe Luftfahrt: Geburt des Mythos vom fliegenden Nikolaus
Die ersten Erwähnungen von Nikolaus, der Luftfahrt nutzt, tauchten bereits in den 1910er Jahren in Karikaturen auf, wo er auf primitiven Doppeldeckern flog. Der entscheidende Übergang von den sagenhaften Elchen zum technogenen Verkehr erfolgte jedoch während des Zweiten Weltkriegs.
Psychologische Operationen und Propaganda. Im Jahr 1944 führte eine britische Bomberstaffel Mosquito eine geheime Mission «Nikolaus» durch. Die Flugzeuge, die nicht Bomben, sondern Spielzeuge und Geschenke trugen, flogen über besetzte Gebiete der Niederlande und warfen sie mit Fallschirmen ab. Dies war eine Aktion, die darauf abzielte, den Geist der lokalen Bevölkerung zu unterstützen. Hier wurde Nikolaus zum Symbol der Hoffnung und Zeichen der bevorstehenden Befreiung, und seine «Sänfte» wurden in einem der schnellsten Flugzeuge jener Zeit verkörpert.
Postkriegs-Piarr für Fluggesellschaften. In den 1950-60er Jahren, mit dem Anstieg des kommerziellen Luftverkehrs, wurde das Bild von Nikolaus im Cockpit ein klassisches Weihnachtsmotiv in der Werbung von Fluggesellschaften (Pan Am, TWA). Dies verband visuell den Flug mit dem Wunder, der Geschwindigkeit und der Globalität (Nikolaus erreicht überall), gleichzeitig aber den Schrecken vor Luftreisen für die breite Masse zu desakralisieren.
Weltraumwettlau ...
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