Das moderne spanische Alphabet, bekannt als «abecedario» oder «alfabeto», basiert auf der lateinischen Schrift, hat aber einen erheblichen Transformationsprozess durchlaufen, bevor es seine aktuelle Form annahm. Sein Hauptmerkmal ist die hohe phonetische Korrespondenz, bei der jede Buchstabe, mit wenigen Ausnahmen, einen festen Klang überträgt. Dies macht die spanische Orthografie zu einer der logischsten und einfachsten unter den europäischen Sprachen. Der moderne Standard besteht aus 27 Buchstaben, was 2010 durch eine Entscheidung der spanischen Königlichen Akademie offiziell festgelegt wurde.
Historische Ausnahme: die Digraphen «Ch» und «Ll»
Bis Ende des 20. Jahrhunderts umfasste das spanische Alphabet offiziell zwei zusätzliche Zeichen, die als separate Buchstaben betrachtet wurden: «Ch» und «Ll». Sie nahmen ihre Positionen im Alphabet nach «C» und «L» ein. Dieses historische Erbe spiegelt die einzigartigen Phoneme der Sprache wider, die keine Äquivalente in der klassischen Lateinischen Sprache hatten. Allerdings beschloss die spanische Königliche Akademie 1994, diese Digraphen aus dem Alphabet herauszunehmen, um eine Vereinheitlichung mit anderen internationalen Systemen zu erreichen. Trotzdem behalten die Digraphen «ch» und «ll» ihren Status als separate Phoneme in der Linguistik bei, und ihre Aussprache bleibt unverändert. Diese Änderung löste erhebliche Diskussionen aus, wurde aber letztlich von der Gemeinschaft angenommen, um die alphabetische Ordnung in Wörterbüchern und offiziellen Dokumenten zu vereinfachen.
Einzigartiges Element: das Buchstabe «Ñ»
Das Buchstabe «Ñ» (eñe) ist ein Symbol der spanischen sprachlichen Identität. Sein Ursprung liegt in der mittelalterlichen Praxis spanischer Schreiber, die über der Buchstabe «N» eine kleine Strich, die Tilde genannt wird, aufsetzten, um die Wiederholung dieser Buchstabe in aus dem Lateinischen entlehnten Wörtern zu kennzeichnen. So bildete sich aus der doppelten «nn» im Wort «annus» (Jahr) allmählich eine ein ...
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