Was suchen und finden normale Menschen in den Flüssen Rhein und anderen großen Flüssen: Archäologie, Ökologie und Unterbewusstsein
Große Flüsse Europas wie der Rhein, der Donau, die Seine oder die Themse waren seit Tausenden von Jahren nicht nur Transportadern, sondern auch gigantische kulturelle und materielle Archive. Das, was normale Menschen (Fischer, Taucher, einfache Bürger am Ufer) in ihren Flüssen suchen und finden, stellt einen einzigartigen Schnitt durch die Geschichte, die moderne Ökologie und sogar die kollektive Psychologie dar. Diese Funde können in mehrere Kategorien unterteilt werden, jede von denen ihre eigene Geschichte erzählt.
1. Historische Artefakte: der Fluss als «Museum unter freiem Himmel»
Flüsse dienten seit Jahrhunderten als Opferplätze, Schlachtfelder, Handelswege und einfach als «Müllhalde», wo alles, was abgenutzt war, entsorgt wurde. Dank des niedrigen Sauerstoffgehalts und des schlammigen Bodens bleiben organische Materialien hier oft besser erhalten als an Land.
Waffen und Werkzeuge vom Bronzezeit bis zum Zweiten Weltkrieg: In den Flüssen Rhein und seinen Nebenflüssen werden römische Dolche, mittelalterliche Schwerter, Spitzen von Speeren sowie unzählige Geschosse, Helme und Waffen des 20. Jahrhunderts gefunden. Zum Beispiel in der Nähe ehemaliger Brücken oder Schlachtfelder (z.B. unter Remagen).
Antike Münzen und Schätze: Flüsse waren wichtige Handelswege. Verlorene oder absichtlich in den Fluss geworfenen Münzen als Opfergaben für die Götter sind häufige Funde. In den Nebenflüssen des Donaus finden sich römische Sesterzen und Denarii, in der Themse Münzen von Kelten bis zur viktorianischen Zeit.
Schuhe und Lederausstattungen: In den schlammigen Ablagerungen alter Häfen, zum Beispiel in London oder Amsterdam, sind Tausende von Lederschuhen, Taschen, Gürteln und anderen Lederausstattungen erhalten, die von der römischen Zeit bis zum 18. Jahrhundert datieren. Dies ist der « alltägliche Leben », der selten auf andere Weise erhalt ...
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