Heilige Nacht in der Tradition der armenischen Apostolischen Kirche: die antike Einheit der Erscheinung des Heiligen Geistes
Die Weihnacht in der armenischen Apostolischen Kirche (AAK) ist ein einzigartiges Beispiel für die Erhaltung der ältesten christlichen Tradition des Festes, die radikal von der westlichen und sogar den meisten östlich-christlichen Modellen abweicht. Seine Hauptmerkmale sind die Feier von Weihnacht und der Taufe des Herrn an einem Tag, dem 6. Januar, unter dem gemeinsamen Namen «Erscheinung des Heiligen Geistes» (Arm. «Аствацахайтнутюн» oder «Սուրբ Ծնունդ ու Կատարում» — Heilige Weihnacht und Taufe). Diese Praxis ist kein später Brauch, sondern ein lebendiger archaischer liturgischer Schichten, der in die Donovo-Nikäische Epoche zurückgeht.
Historisch-theologische Grundlagen: Warum am 6. Januar und an einem Tag?
Die Entscheidung der AAK, einen gemeinsamen Festtag am 6. Januar zu beibehalten, basiert auf mehreren grundlegenden Prinzipien.
Die Einhaltung der alten jerusalemitischen Tradition. Bis zum 4. Jahrhundert war in der ganzen christlichen Welt das Hauptfest des Winters die Erscheinung des Heiligen Geistes (Θεοφάνεια) am 6. Januar, die die Erinnerungen an die Geburt, die Anbetung der Weisen, die Taufe und das erste Wunder in Kana vereinte. Die armenische Kirche, die das Christentum 301 als Staatsreligion angenommen und organisatorisch vor der Entscheidung des Ersten Ökumenischen (Nikäischen) Konzils (325 n. Chr.) gegründet hatte, hatte die Kalenderreform nicht angenommen, die die separate Feier des Weihnachtsfestes am 25. Dezember in Rom (etwa 336 n. Chr.) eingeführt und allmählich auf den Osten ausgeweitet hatte. Für die AAK war dies ein Fragen der Erhaltung der apostolischen Tradition, die von den ersten Erweckern erhalten wurde.
Christologischer Symbolismus. Der theologische Sinn des gemeinsamen Festes ist die Unversöhnlichkeit der Inkarnation und der Offenbarung (Erscheinung) des dreieinigen Gottes. Die Geburt Christi in Fleisch und Sein ...
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