Die Geschichte der Wurst geht zurück in die tiefste Antike und ihr Auftreten war eher kein einmaliges Erfindung, sondern das Ergebnis einer langen Evolution der Methoden zur Fleischconservierung. Urmenschen entdeckten, dass Fleischbrühe, die in leere Därme von Tieren gefüllt wird, länger haltbar ist und einfacher zu transportieren ist. So wurde die Wurst eine logische Entwicklung des Wursthandwerks, bei der das Hauptneuheit nicht die Idee selbst, sondern die Größe und die Art der Zubereitung des fertigen Produkts war.
Antike Ursprünge und der «Orakel» Homers
Die ersten schriftlichen Erwähnungen eines Produkts, das der Wurst ähnelt, finden sich in antiken Quellen. In der berühmten Odyssee Homers, die etwa im 8. Jahrhundert vor Christus datiert wird, gibt es Zeilen, in denen einer der Helden, während er den Magen eines Tieres, gefüllt mit Fett und Blut, aufzieht, ihn ins Feuer wirft. Obwohl diese Beschreibung eher für die Blutwurst geeignet ist, fixiert sie den Prinzip der Verwendung natürlicher Hüllen zur Herstellung von Fleischprodukten. Die alten Griechen und Römer waren große Anhänger von Wurst aller Art. Bei den Römern gab es sogar einen speziellen Festtag — die «Lupercalia» — während dessen verschiedene Arten von Wurst zubereitet und verzehrt wurden. Römische Legionäre verbreiteten diese Technologien unter den lokalen Völkern, als sie durch Europa reisten.
Das europäische Mittelalter und die Etymologie
Die moderne Wurst in ihrer uns bekannten Form ist ein Produkt, das in den deutschen Sprachregionen Europas geformt wurde. Genau in Deutschland und Österreich wurde das Handwerk der Herstellung dünner Wurstwaren auf ein Höchstmaß gebracht. Man geht davon aus, dass die Heimat der Wurst Frankfurt am Main ist, wo, nach der lokalen Legende, sie Ende des 13. Jahrhunderts zum ersten Mal hergestellt wurden. Wien bestreitet jedoch diese Primärstellung, indem sie behauptet, dass hier, im 18. Jahrhundert, der Metzger Johann Georg Lanner, der aus Frankfurt gekommen war, das R ...
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