1. Mai in Russland: Von politischen Slogans zu ruhigen Grillpartys
Wie der Hauptfeiertag der Arbeiter in der Sowjetunion zu einem Anlass für die ersten Ausflüge in die Natur und vier aufeinanderfolgenden freien Tagen wurde
1890Jahr der ersten Feier
1917Legalisierung
1992Umbenennung
120+Länder der Welt
Für die meisten Russen ist der 1. Mai vor allem ein langes Wochenende, die ersten wirklich warmen Tage und die Möglichkeit, auf den Bauernhof oder in den Wald mit Grillpartys zu fahren. Allerdings steht hinter diesen friedlichen Bildern eine Geschichte von über einem Jahrhundert — von blutigen Auseinandersetzungen in Chicago bis zu obligatorischen Demonstrationen in der Sowjetunion und der völligen Umdeutung des Feiertags in der modernen Russland.
Ursprünge: Ereignisse in Chicago und die Entstehung des Arbeitertags
Der 1. Mai geht auf Ereignisse im Jahr 1886 in der amerikanischen Stadt Chicago zurück. Die Arbeiter gingen auf die Straßen mit dem Antrag auf einen achtstündigen Arbeitstag. Der Protest nahm massive Ausmaße an, und die folgenden Auseinandersetzungen mit der Polizei führten zu menschlichen Opfern. In Erinnerung an die «Chicagoer Ereignisse» und zur Ehren des Kampfes der Arbeiter um ihre Rechte erklärte der Pariser Kongress des II. Internationalen im Jahr 1889 den 1. Mai zum Tag der internationalen Solidarität der Arbeiter. Die erste Feier fand bereits 1890 in Österreich-Ungarn, Belgien, Deutschland, Dänemark, Spanien, Italien, den USA, Frankreich, Schweden und einigen anderen Ländern statt.
Russische Kaiserzeit und die ersten Mai-Demonstrationen
În der Russischen Kaiserzeit war der 1. Mai lange Zeit verboten. Die erste illegale Mai-Demonstration fand 1891 in Warschau statt, und in Moskau trafen sich die Arbeiter erstmals 1895. Der Feiertag hatte einen stark politischen Charakter: Es wurden revolutionäre Slogans gesungen, die «Marseillaise» wurde gespielt, manchmal kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Erst nach der Februarrevolution von 1917 ...
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