Agnia Barto über das Kornblume: Ein bescheidenes Blatt in der Poesie für Kinder und nicht nurWenn wir von Agnia Lwowna Barto sprechen, fallen uns sofort die uns seit der Kindheit bekannten Zeilen ein: «Unsere Tanya weint laut», «Der Ochse geht, kippt», oder «Der Besitzer hat den Hasen fallen gelassen». Ihre Gedichte sind eine ganze Welt, in der Spielzeuge, Kinder, Tiere und natürlich die Natur leben. Unter den vielen Bildern, die diese Welt bevölkern, gibt es eines bescheiden, aber sehr wichtig: die Kornblume. Barto hat keinen eigenen Zyklus über Kornblumen geschrieben, aber dieser Blume erscheint in ihren Gedichten mehrmals, und jedes Mal mit einer bestimmten sinnlichen Bedeutung. Die Kornblume bei Barto ist nicht nur ein Element der Landschaft, sondern ein Symbol, das von Freiheit, Wahl, der Schönheit einfacher Dinge und davon spricht, dass das Wahre nicht käuflich ist.«Die Kornblumen laufen über das Feld»: Gedicht, das zu einem kleinen Manifest wurdeDas bekannteste Gedicht von Agnia Barto, in dem die Kornblume die Hauptrolle spielt, ist «Die Kornblumen laufen über das Feld». Es gehört zum Sammelband «Denk, denk...», den Barto an Leser Kinder richtete, aber die sie selbst «philosophische Lyrik» nannte. Und tatsächlich ist das auf den ersten Blick einfache Gedicht über einen Strauß Kornblumen viel tiefer als es scheint.Der vollständige Text:Die Kornblumen laufen über das Feld,Präsentieren sich im Blick,Und ich stehe wie vergrabenUnd kann den Blick nicht abwenden.Die Kornblumen laufen über das Feld,Verbergen sich nicht im Gras...Und ich trete mit einem Strauß,Mit Blumen durch Moskau.Ich sehe, ein OnkelLächelt süß:— Ein schöner Strauß, ein schöner!Wie viel geben Sie?Und der Onkel sprichtVerlockende Worte:— Ein Deal? Gut?Ich gebe kein Rupie, sondern zwei.Und ich antworte ihm, ich sage:— Nein, nein,Ich verkaufe keine Kornblumen,Ich trage den Strauß nach Hause.Und auf Wiedersehen, Onkel,Ein Deal? Gut?Bereits in den ersten Zeilen sehen wir einen ungewöhnlichen Ansatz: Di ...
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