Die Angst und die Unsicherheit vor der Zukunft sind wie ein Schatten, der immer dabei ist. Er kann leicht und fast unsichtbar sein oder einen Kopf bedecken und die Kraft und das Willen, etwas zu tun, nehmen. Die Zukunft fürchtet sich vor ihrer Unbestimmtheit. Wir wissen nicht, was mit der Arbeit, der Gesundheit, den Nahestehenden und der Welt passiert. Wir fürchten, nicht rechtzeitig zu sein, zu fehlschlagen, zu verlieren. Diese Unsicherheit ist nicht ein angeborener Mangel, sondern ein Teil unserer Psyche, der dazu bestimmt ist, uns vor Bedrohungen zu schützen. Aber wenn sie sich als zwanghaft entwickelt, beginnt sie das Leben zu zerstören. Wie geht man damit um?Warum fürchten wir die Zukunft Die Unsicherheit ist eine Reaktion auf das Unbekannte. Unser Gehirn mag Lücken nicht, es versucht, sie zu füllen, aber es füllt sie oft mit negativen Szenarien. Dies ist ein evolutionärer Mechanismus: «Besser vorsichtig als nicht zu bemerken». In der modernen Welt haben sich die Gefahren geändert: anstelle von Säbelzahnkatzen sind es Entlassungen, Prüfungen, Kredite, Einsamkeit. Aber der Mechanismus ist derselbe. Wir können die Zukunft nicht vorhersagen, aber wir können sie sich vorstellen, und oft das Schlimmste. Dazu kommt die Auswirkung der Nachrichten, die voller Katastrophen sind. Wir bemerken nicht, dass zum Beispiel die Lebenserwartung steigt, die Kriminalität sinkt, Impfstoffe funktionieren. Wir konzentrieren uns auf die Risiken. So entsteht eine chronische Unsicherheit — ein Zustand, in dem die Angst zum Hintergrund des Alltags wird.Warum ist chronische Unsicherheit gefährlich Wenn die Unsicherheit ständig ist, wird sie nicht mehr nützlich. Sie mobilisiert nicht, sondern lähmt. Wir nehmen keine Entscheidungen mehr, weil wir die Konsequenzen fürchten. Wir verschieben Aufgaben, weil «alles gleich schlecht ist». Wir verlieren den Schlaf, den Appetit, das Glück. Physisch äußert sich die Unsicherheit als Muskelspannung, ein beschleunigtes Herzschlag, Kopfschmerzen. Psychol ...
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