Arbeiter: Geschichte eines Archetypen, der immer war und sein wird Wer ist der Arbeiter? In verschiedenen Epochen klang die Antwort unterschiedlich. Für den antiken Griechen war es der Handwerker, der unter dem Krieger und dem Philosophen stand. Für den mittelalterlichen Bauern war es fast eine heilige Figur, die alle ernährte. Für den sowjetischen Menschen war es ein Held der Produktion, ein Heldenarbeiter, ein Idol. Für den modernen Stadtbewohner ist es entweder ein ironischer Bild des «Bauernmenschen» oder ein stiller Vorwurf für seine eigene Faulheit. Und bei all dieser Variabilität bleibt das Bild des Arbeiters eines der stabilsten in der Kultur. Er ändert seine Kleidung, seinen Beruf, seinen Status, aber die Essenz bleibt: ein Mensch, der viel, hart und oft ohne Dank arbeitet, ohne den die Welt stillstehen würde. Wie hat sich dieser Archetyp von der Antike bis heute entwickelt? Und was sagt er uns heute? Antike: Arbeit als Aufgabe der Untertanen Im antiken Griechenland wurde körperliche Arbeit als unwürdig für den freien Bürger angesehen. Aristoteles behauptete, dass Handwerker nicht tugendhaft sein könnten, weil ihre Arbeit sie von der Reflexion und der Teilnahme am politischen Leben ablenkt. Die Landwirtschaft wurde etwas höher geschätzt, aber sie stand immer noch unter dem Militärdienst und der Philosophie. Der Arbeiter hier war entweder ein Sklave oder ein Metoik (ausländischer Siedler), der arbeitete, damit der Herr sich mit «hohen» Dingen beschäftigen konnte. Das Bild des Arbeiters in der Literatur jener Zeit war entweder eine anonyme Masse oder ein komischer Charakter, wie der Bauer in den Komödien von Aristophanes, der durch seine Naivität und Erdigkeit lustig ist. Im antiken Rom war die Situation ähnlich, obwohl der landwirtschaftliche Ideal, gepriesen von Vergil, der Arbeit auf dem Land eine gewisse patriarchalische Romantik verlieh. Allerdings wurde nur die Arbeit für das Gemeinwohl oder die Familie respektiert, nicht die auftragsgeschäftliche Arbei ...
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