Sie geht auf den Court und schreit. Sie schreit so laut, dass es auf der Tribüne zu hören ist. Sie schreit nicht aus Schmerz, sondern aus Wut. Die Schläge so stark, dass der Ball schneller als 180 Kilometer pro Stunde fliegt. Und nach jedem gewonnenen Punkt — ein geschlossener Faust, ein Rauschen, ein Blick, der die Gegnerin einfrieren könnte. Das ist Arina Sobolenko. Die belarussische Tennisspielerin, ehemalige Nummer eins der Welt. Aber es geht nicht um Titel. Es geht um das Credo. Die Lebensphilosophie, die sie mit jeder Partie verkörpert. Und dieses Credo klingt einfach: keine Entschuldigungen. Nie. Kindheit, die geprägt hat Arina wurde 1998 in Minsk geboren. Ihr Vater, Sergei Sobolenko, ein ehemaliger Eishockey-Spieler, verstand früh, dass seine Tochter explosiv war. Er führte sie nicht zum Ballett oder Klavier. Er brachte sie zum Tennis. Und er setzte eine Bedingung: oder du trainierst wie verrückt, oder du spielst gar nicht. Arina wählte das Erste. Sie trug zwei Trainer auf dem Rücken, lief im Regen, arbeitete die Aufschläge bis zu blutigen Blasen. Der Vater war streng, manchmal sogar brutal. Aber er hat ihr das Wichtigste beigebracht: Niemand wird für dich arbeiten. Wenn du besser sein willst, dann sei besser im Training. 2019 starb ihr Vater. Arina war 20 Jahre alt. Sie war gerade in die Top 10 eingestiegen. Trauer und Wut mischten sich. Viele wären zusammengebrochen, wären in die Schatten gegangen. Arina ging in den Raum und schlug noch härter auf den Ball. «Ich spiele für ihn», sagt sie. Das ist der erste Teil ihres Credos: die Verwandlung von Schmerz in Kraft. Credo Nummer eins: nicht jammern In einem Interview wird Arina gefragt: «Wie handhabst du den Druck?». Sie schüttelt die Schultern: «Welcher Druck? Ich spiele einfach Tennis. Das ist meine Arbeit. Ich liebe diese Arbeit. Alles». Ohne Pathos, ohne Beschwerden. Sie erzählt nicht von Erschöpfung, klagt nicht über Schiedsrichter, sucht keine Entschuldigungen für Niederlagen. Verloren? Dann w ...
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