Die Rose in der bildenden Kunst ist nicht nur ein Blumenarrangement. Es ist ein Code, ein Geheimnis, eine Botschaft. Die Künstler der Renaissance haben in die Blätter religiösen Sinn investiert, die Impressionisten suchten im Lichtspiel, und die Surrealisten die dunklen Seiten des Unbewussten. In diesem Artikel werden wir durch Museen gehen (ohne sie zu nennen) und sehen, wie das Bild der Rose von der Fries bis zur Installation gewechselt ist. Mittelalter und Frührenaissance: Symbol der Jungfrau Maria In den gotischen Kathedralen taucht die Rose oft in den Glasmalereien auf — als die „mystische Rose“, Symbol der Gottesmutter. Die Blätter werden mit den fünf Freuden Marias in Verbindung gebracht, die Dornen mit ihren Leiden. In der Malerei des Quattrocento (Fra Angelico, Botticelli) wird die Madonna oft in einem Rosengarten oder mit einer Rose in der Hand dargestellt. Dies ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern ein theologisches Symbol. In Botticellis „Geburt der Venus“ fallen die Rosen vom Himmel, was die Liebe symbolisiert, die aus der Meeressäule entsteht — hier vereinen sich antiker und christlicher Symbolismus. Barock und Rokoko: Sensualität und Fülle Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Rose zum Attribut der weltlichen Freuden. Auf den Bildern von Rubens und Watte werden Nymphen und Amor mit Rosen besprenkelt. Sie sind üppig, leuchtend, fast greifbar. Die Künstler des Rokoko (Fragonard, Boucher) platzierten die Rosen oft in Flirt-Szenen: Der Ritter gibt der Dame einen Blütenknospe, was einen Hinweis auf Gefühle bedeutet. In Stillleben stehen die Rosen neben Pfirsichen, Weintrauben und Wildgame — und erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens (vanitas). Interessant ist, dass in diese Zeit die „Rosetten“ in der Architektur erscheinen — Reliefverzierungen in Form einer Rose. Rose in der japanischen und chinesischen Malerei Im östlichen Kunstwerk symbolisiert die Rose (insbesondere der Pfingstrosen, der oft mit der Rose verwechselt wird) Reichtum und Ehr ...
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