Bild des Fischers in Märchen, Legenden und Mythen der Völker der Welt: Zwischen Himmel und Wasser In jeder Kultur gibt es einen Helden, der an der Grenze der Welten steht. Er ist kein Krieger, kein Herrscher, kein Priester. Er wirft einfach eine Angel oder wirft eine Angel ins Wasser. Und jedes Mal, wenn er einen Fang holt, kann ein Wunder geschehen. Der Fischer ist einer der ältesten Archetypen der Menschheit. Er erscheint in Mythen des Mesopotamien und Ägypten, in Märchen der Völker Asiens und Europas, in Legenden der Indianer und afrikanischer Stämme. Er sucht nicht nach Ruhm, aber ihm werden magische Gaben zuteil, er trifft auf Meerjungfrauen und Geister, er wird Zeuge der Geburt der Welten. Warum vertraut man dem Fischer das Geheimnis an? Und warum ist sein Bild so wichtig für das Verständnis der menschlichen Seele? Am Anfang war der Fang: der sumerische Mythos und der erste Fischer Einer der ältesten schriftlichen Texte, die uns erhalten sind, ist der sumerische Mythos von der Göttin Inanna und dem Fischer. In ihm hilft der Fischer Iddin-Enki der Göttin, in die Unterwelt abzusteigen. Er ist kein Held, er ist einfach ein Leiter, aber genau seine Boot und seine Angel werden zur Brücke zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Dieser Episode gibt den Ton für Jahrtausende vor: Der Fischer ist derjenige, der den Weg durch das Wasser kennt, und Wasser in der Mythologie bedeutet immer Grenze, Übergang, Initiierung. In der alten Ägypten war der Fischer mit dem Gott Horus verbunden und galt als Hüter des Gleichgewichts. In der Totenbuch gibt es Abbildungen, in denen ein Fischer Fische in den Wassern des Duat, des Jenseits, fängt. Er fürchtet sich vor Monstern nicht, weil Wasser seine Elemente ist. Dieses Bild wanderte in die griechische Mythologie, wo Charon die Seelen über den Styx transportiert, aber Charon ist kein Fischer, er ist ein Bootsführer. Der Vorläufer des Fischers wird Proteus, der Meeresalte, der Seelchen pflanzt und alle Geheimnisse der ...
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