Die Rose ist wahrscheinlich der vielschichtigste Symbol in der Weltliteratur. Sie kann Liebe und Leidenschaft, Unschuld und Leidenschaft, die Vergänglichkeit des Lebens und seine unendliche Wiedererneuerung bedeuten. Vom antiken Gedicht bis zum postapokalyptischen Roman blüht der rote Knospe nicht auf den Seiten der Bücher. Wir analysieren, wie das Bild der Rose in der Literatur über die Jahrhunderte hinweg gewechselt ist.Antike und Mittelalter: von Aphrodite bis zur Jungfrau MariaIn der antiken Dichtung ist die Rose ein unverzichtbares Attribut der Göttin der Liebe Aphrodite (Venus). Bei Sappho wird die Rose als Königin der Blumen erwähnt, die mit Dornen verletzt. In den "Metamorphosen" Ovids erscheint die Rose im Mythos der schönen Nymphe, die in eine Blume verwandelt wurde. Im Mittelalter hat das Christentum die Rose neu interpretiert: Sie wurde zum Symbol der Jungfrau Maria (rosa ohne Dornen — ihre Unschuld). Dante zeichnet im "Gevangelium" den Himmel als weiße Rose — die Heimat der seligen Seelen. Dieses Bild wird für die gesamte europäische Mystik entscheidend werden.Shakespeare: Die Rose duftet und ohne NamenShakespeare gibt in "Romeo und Julia" die berühmteste Rosephrase: "Was bedeutet der Name? Die Rose duftet nach Rose, ob man sie Rose nennt oder nicht". Hier ist die Rose ein Symbol der Essenz, die von der Bezeichnung unabhängig ist. Bei Shakespeare gibt es viele Rosen: In den Sonetten bedeuten sie Liebe, Schönheit und Vergänglichkeit. In "Hamlet" sammelt Ophelia Rosen (in verschiedenen Übersetzungen andere Blumen), was die verlorene Unschuld symbolisiert.Die Rose im Romanticismus: Exotik und LeidenschaftDie Romantiker des 19. Jahrhunderts (Hugo, Novalis) liebten die Rose wegen ihrer Dualität: Schönheit und Schmerz, Leben und Tod. Bei Novalis wird der blauwe Blume (Symbol des Traums) manchmal durch die Rose ersetzt. In der russischen Literatur ist die Rose ein ständiger Gast in den Gedichten Puschkins ("Rose", "Blume", "O, warum leuchtet sie..."). Bei Blok ...
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