Relevanz der biologischen Uhren für den modernen Menschen: Chronotyp in der Ära des künstlichen Lichts
Das Konzept der biologischen Uhren hat seinen Metafora-Status verloren und ist zu einem strengen wissenschaftlichen Konzept in der Chronobiologie — der Wissenschaft von der zeitlichen Organisation lebender Systeme — geworden. Für den modernen Menschen, der unter rund um die Uhr verfügbarem Licht, Informationen und Arbeit lebt, ist das Verständnis und die Achtung seiner zirkadianen Rhythmen nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch der langfristigen Gesundheit, Produktivität und psychischen Stabilität.
Wissenschaftliche Grundlagen: von Genen bis zu Hormonen
Biologische Uhren sind eine hierarchische System. Ihr zentraler «Rhythmuslenker» befindet sich im suprachiasmatischen Nucleus (SCN) des Hypothalamus des Gehirns. Dieser Klast aus etwa 20.000 Neuronen synchronisiert die Arbeit peripherer Uhren, die sich praktisch in jeder Zelle des Körpers befinden.
Molekularer Mechanismus. Der Grund liegt in einer transkriptionellen-translationellen Rückkopplungsschleife. Gene-Uhren (wie Clock und Bmal1) lösen die Produktion von Proteinen aus, die, nach Ansammlung, ihre eigene Aktivität unterdrücken. Dieser Zyklus dauert etwa 24 Stunden.
Synchronisationsnummer 1 — Licht. Der SCN erhält Informationen über das Licht direkt von speziellen Lichtsensoren in der Netzhaut, die auf das Blaue Spektrum reagieren. Am Morgen unterdrückt das Licht die Produktion des Hormons Melatonin (Schlafsignal) und stimuliert die Freisetzung von Kortisol (Hormon des Erwachens und der Aktivität).
Einfluss auf die Physiologie. Diese Uhren regeln nicht nur Schlaf und Wachsein, sondern auch den Gipfel der Hormonsekretion, die Peristaltik des Darms, die Funktion des Immunsystems, die Körpertemperatur, kognitive Funktionen und sogar die Zellteilung.
Der Hauptauslöser der modernen Zeit: Desynchronose
Die Zivilisation hat den stärksten Faktor zur Störung der biologischen Uhren geschaffen — künstliches ...
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