C.S. Lewis und Joy Davidman: ein kognitiver, kultureller und existentieller Dialog
Einführung: Von der intellektuellen Korrespondenz zum existentiellen Bund
Die Beziehung zwischen dem britischen Literaturwissenschaftler und Christenapologeten C.S. Lewis und der amerikanischen Dichterin, ehemaligen Kommunistin und jüdischen Konvertitin Joy Davidman ist ein einzigartiger Fall in der Geschichte der Literatur und Kultur des 20. Jahrhunderts. Ihre Verbindung stellt nicht so sehr eine romantische Tragödie dar (obwohl dieser Aspekt, der durch das Theaterstück und den Film "Die Schatten der Liebe" populär gemacht wurde, bedeutend ist), sondern einen komplexen, mehrstufigen intellektuellen und geistigen Dialog. Er kann als ein Prozess der gegenseitigen kognitiven und existentiellen Transformation der beiden brillanten Intelligenzen innerhalb gemeinsamer christlicher Überzeugungen, aber verschiedener kultureller und lebensweltlicher Erfahrungen analysiert werden.
Background: Zwei Lebenswege bis zur Begegnung
C.S. Lewis (1898-1963) war zum Zeitpunkt ihrer Bekanntschaft (1952, Korrespondenz; persönliche Begegnung 1955) ein etablierter Oxford-Professor, Autor der berühmten "Chroniken von Narnia", ein brillanter Apologe ("Nur Christentum") und Mitglied des literarischen Kreises "The Inklings". Sein Weltbild wurde im Rahmen des britischen Intellektualismus, der anglikanischen Tradition und tiefem Wissen über die mittelalterliche Literatur geformt.
Auf dem Gegenteil stand Joy Davidman (1915-1960), die eine Reihe radikaler Transformationen durchgemacht hatte: eine begabte Dichterin, Preisträgerin des renommierten Yale University Prize; aktive Mitglied der Kommunistischen Partei der USA; Tochter jüdischer Einwanderer. Ihr Übergang zum Christentum war ein dramatischer intellektueller und mystischer Erfahrung, der in ihrer Autobiografie "Rauch auf dem Berg" detailliert beschrieben wurde. Ihr Ehebruch mit dem Schriftsteller William Lindsey Graham zerbrach, ihr Mann litt unter Alkoholism ...
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