Nicht nur Theorie, sondern lebender Kontakt
Der Hauptgeheimnis der Jungnaturfreunde liegt im Verzicht auf das Auswendiglernen. Das Kind wird nicht gezwungen, die Namen der Pflanzen an Bildern zu lernen. Er pflanzt ein Samenkorn in den Boden, gießt es, wartet auf die Keimung. Er sieht, wie aus der schwarzen Erde ein grüner Keimling erscheint, wie er sich nach dem Licht streckt, wie der Blume blüht. Das Wunder der Geburt lässt niemanden unberührt. Die Liebe zur Natur kommt durch Handeln, durch Sorge, durch Verantwortung für ein lebendes Wesen.
Die Station als Modell der Ökosystem
Moderna Stationen für junge Naturfreunde (SÜN) und ökologisch-biologische Zentren sind wie eine Miniaturmodell der umgebenden Welt angelegt. Hier gibt es einen lebenden Winkel mit Hamstern, Meerschweinchen, Schildkröten, Papageien. Es gibt Aquarien mit Fischen und Schnecken. Es gibt Gewächshäuser, in denen das ganze Jahr über Gurken und Tomaten reifen. Es gibt einen Botanischen Garten und Versuchsparzellen. Das Kind sieht von Anfang an die Vielfalt des Lebens, lernt zu vergleichen, zu analysieren. Wichtig ist, dass die Tiere und Pflanzen nicht erfunden sind, sondern echt: Man kann sie berühren, füttern, die Käfige putzen.
Projekt- und Forschungsmethoden
Die Jungnaturfreunde werden in die Grundlagen des wissenschaftlichen Methoden unterrichtet: Beobachtung, Hypothese, Experiment, Schlussfolgerung. Zum Beispiel fragt sich das Kind: "Warum hat meine Zucchini-Pflanze gelb geworden?". Er überprüft den Säuregehalt des Bodens, die Feuchtigkeit, die Beleuchtung. Er zieht Schlussfolgerungen und versucht es noch einmal. Solche Studien entwickeln kritisches Denken und lehren, sich nicht vor Fehlern zu fürchten. Die Stationen arbeiten oft mit wissenschaftlichen Instituten zusammen: Die Jungnaturfreunde helfen den Wissenschaftlern bei phenologischen Beobachtungen, beteiligen sich an Programmen zur Wiederherstellung seltener Arten.
Erziehung durch Traditionen und Rituale
Es gibt eigene Rituale auf d ...
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