Apokalyptischer Sinn von Weihnachten: Anfang des Endes und Ende des Anfangs
Im kollektiven Bewusstsein wird Weihnachten oft reduziert auf ein idyllisches, nostalgisches Ereignis der Vergangenheit. Doch in seiner theologischen Tiefe ist es der Grundstein der christlichen Eschatologie — der Lehre von den "letzten Dingen". Weihnachten erinnert nicht nur an einen historischen Fakten; es verkündet das Eindringen der Ewigkeit in die Zeit, das den Prozess der Verwandlung des gesamten Schöpfers in Gang setzt, der sein Kultivieren in der zweiten Ankunft, dem Auferstehen der Toten und das Leben des zukünftigen Zeitalters kulminiert. Das Fest enthält bereits das Versprechen und das Bild seiner Vollendung in der Anfangsphase des Heils.
1. Verletzung des Geschichtsflusses: der Eschaton als "Eingriff"
Das antike und das alttestamentliche Verständnis der Zeit war zyklisch oder linear, aber tragisch: Geschichte bewegt sich hinab oder wiederholt sich sinnlos. Das Christusgeburt ist ein theologischer Bruch in dieser Struktur. Gott, der transcendent der Zeit und der Geschichte ist, wird ihr immanent, indem er in ihr als konkrete Person eintritt. Dieses Ereignis ist apokalyptisch im ursprünglichen Sinne des Wortes (gr. apokalypsis — "Offenbarung"): Es öffnet die wahre Zielsetzung und den Schluss der Geschichte — die Verklärung der Kreatur durch die Verbindung mit dem Schöpfer. Bereits in Bethlehem erhält die Geschichte nicht nur eine neue Richtung, sondern auch einen endgültigen Anziehungspunkt.
2. Theologische Koordinaten: die Inkarnation als Garantie der Verwandlung
Die Ökumenische Gedanken (insbesondere die hl. Athanasius der Große, Maximus der Bekennende) sehen im Weihnachten den Anfang der Erfüllung des Versprechens über die "Verklärung" (theosis). "Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde" — diese Formel deutet auf den eschatologischen Ausgang hin. In seiner Inkarnation nahm Christus die menschliche Natur nicht abstrakt, sondern in ihrer ganzen Fülle an, einschließlich der ...
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