Krzysztof Kieślowski: Architekt «kinematografii moralnego niepokoju» Er begann als Physiker, wechselte zur Philosophie und wurde einer der bedeutendsten Regisseure des europäischen Kinos. Krzysztof Kieślowski ist eine außergewöhnliche Figur, auch im polnischen Kino, das stets für seine intellektuelle Tiefe bekannt war. Sein Kino unterhält nicht, es zwingt zum Nachdenken, zu Streit, zu Zweifeln. Er hat etwa ein halbes Dutzend vollständige Spielfilme gedreht, fast jeden von ihnen hat er selbst geschrieben, und gleichzeitig wurde er Autor mehrerer Bücher, in denen er seine philosophischen Überlegungen fortsetzt. Sein Werk ist eine Suche nach den großen Fragen des menschlichen Daseins: Wie sollen wir leben, was ist Gutes, wo liegt die Grenze zwischen Moral und Kompromiss? Und in dieser Suche bleibt er sich über mehr als ein halbes Jahrhundert treu. Von der Physik zur Philosophie: Der Weg ins Kino Krzysztof Kieślowski wurde am 17. Juni 1939 in Warschau geboren. Seine Bildung ist bereits ein eigentlicher Schlüssel zu seinem Werk. Zunächst studierte er Physik an der Fakultät für Physik der Universität Warschau (1955–1959), dann Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Jagiellonen-Universität in Krakau (1959–1962). Erst 1966, nach dem Abschluss des Regiefaches an der Filmhochschule in Łódź, schloss er sein Studium ab. Diese fundamentale wissenschaftliche und humanistische Ausbildung bestimmte endgültig den Stil seines Kinos: Er blieb immer ein «poetischer Intellektueller», für den das Kino ein Mittel philosophischen Ausdrucks war. Noch vor seiner Aufnahme an der Filmhochschule drehte Zanussi seit 1958 Amateurfilme, die auf polnischen und internationalen Wettbewerben Preise erhielten. Sein Abschlussfilm «Der Tod des Provinzials» (1966) erregte sofort Aufmerksamkeit in der professionellen Gemeinschaft und gewann Preise auf Festivals in Venedig, Moskau und Mannheim. Danach folgten seine frühen Werke: «Gegenüberstehen» (1967), «Konto» (1968) und der Dokumentarfilm übe ...
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