Es gibt Redensarten im Russischen, die fest in den täglichen Sprachgebrauch eingebettet sind, aber gleichzeitig ständig Streit erregen. Eine der bekanntesten und umstrittensten ist: "Gut muss mit Faust geschlagen werden". Man hört sie sowohl im alltäglichen Gespräch als auch in politischen Diskussionen und in literarischen Kreisen. Der Sinn dieser Phrase wird jedoch oft allzu wörtlich verstanden, was zwei gegensätzliche Lager hervorruft: die Anhänger eines "aktiven Gutes" und diejenigen, die glauben, dass Güte und Aggression unvereinbar sind. Wir klären über die Geschichte und die wahre Bedeutung der Redensart auf.
Woher kommt diese Phrase: literarische Quelle
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist die Redensart keine Volksweisheit. Sie hat einen konkreten Autor — den sowjetischen Schriftsteller Michail Scholochow. 1956 erschien sein Erzählung "Das Schicksal des Menschen", in der der Hauptcharakter Andrej Sokolow die Phrase "Gut muss mit Faust geschlagen werden" spricht. Der Kontext in der Erzählung ist so: Der Held reflektiert über das Schicksal der russischen Menschen, die den Krieg überstanden haben, über die Notwendigkeit, sich und ihre Angehörigen vor Feinden zu schützen, über die Tatsache, dass passives Gut, das sich selbst treten lässt, keinen Wert hat. Scholochow hat die Idee in die Worte seines Charakters gelegt, dass Güte ohne Macht nicht in der Lage ist, das Böse und die Ungerechtigkeit zu widerstehen.
Nach der Veröffentlichung von "Das Schicksal des Menschen" verbreitete sich die Phrase schnell in Zitaten. Sie wurde von Schriftstellern, Publizisten, Politikern und schließlich auch von normalen Menschen aufgenommen. Mit der Zeit wanderte sie in die Kategorie der "Volksweisheiten" ein, obwohl ihr Alter nur etwas mehr als ein halbes Jahrhundert beträgt. Dies ist ein wichtiger Punkt: Die Redensart ist in eine bestimmte Epoche und einen bestimmten Anlass hineingeboren worden, wird aber heute außerhalb des historischen Kontexts verwendet, was oft ...
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