Das ist eine sehr tiefgründige philosophische und wissenschaftliche Frage, über die Ethologen und Zoopsychologen bis heute streiten. Ein endgültiges Ergebnis gibt es nicht, aber moderne Studien erlauben es, sehr überzeugende Schlussfolgerungen zu ziehen.
Kurz gesagt: Hunde besitzen nicht das Gewissen im menschlichen Sinne – als komplexe Systeme moralischer Prinzipien, Schuldgefühle und Reue für abstrakte Vergehen. Allerdings haben sie ihren wichtigsten biologischen Grundstein – die „proto-Sucht“ oder den emotionalen Mechanismus, der es ihnen ermöglicht, zu verstehen, dass ihre Handlungen den Unmut des Besitzers verursachen.
Was nehmen wir als „Sucht“ bei Hunden an?
Oft interpretieren wir das klassische Verhalten des Hundes als „Schuldgefühl“: gesenkter Kopf, angelegte Ohren, Schwanzwedeln „nach innen“, Abwenden des Blicks, Versuche zu verstecken oder umgekehrt beruhigendes lecken. Diesem Verhalten beobachten wir, wenn wir zum Beispiel den Hund dabei erwischen, etwas zu zerstören oder eine Pfütze auf dem Boden zu finden.
Allerdings zeigen Studien im Bereich der Kynologie, dass es sich nicht um ein Schuldgefühl für das begangene Vergehen handelt, sondern um eine Reaktion auf den Zorn und den Unmut des Besitzers, die der Hund vorhersehen kann.
Schlüssiger Experiment: Der Hund erhielt verbotene Lebensmittel und der Besitzer ging dann weg. Wenn er zurückkam, erhielt ein Teil der Hunde eine Kritik, unabhängig davon, ob sie gegessen hatten oder nicht. Es stellte sich heraus, dass die Hunde, die kritisiert wurden, ein „schuldiges“ Verhalten zeigten, auch wenn sie unschuldig waren. Ihre Reaktion hängt nicht vom eigentlichen Vergehen ab, sondern vom Verhalten des Besitzers in diesem Moment ab. Sie verstehen unseren Tonfall, die Haltung und das Gesichtsausdruck perfekt.
Emotionales Intelligenz und Empathie: Grundlage der „proto-Sucht“
Obwohl Hunde wahrscheinlich nicht über Moral nachdenken, besitzen sie einen entwickelten emotionalen Intelligenz und Empathie.
Empathiefähig ...
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