Fußballer und Journalist. Auf dem Feld diktiert der Erste die Regeln. Vor dem Mikrofon — der Zweite. Ihr Zusammenwirken wird nicht nur durch Arbeitsverträge und Ligareglemente, sondern auch durch ungeschriebene Gesetze geregelt, die manchmal wichtiger sind als offizielle Dokumente. Direkter Stream, gemischte Zone, exklusives Interview — jeder Schritt birgt die Gefahr eines Skandals. Gibt es klare Regeln für dieses Spiel? Ja, und sie sind härter, als sie scheinen. Offizielle Reglemente: Was steht in den Verträgen Auf dem Niveau der UEFA und FIFA gelten Mediengesetze. Der Spieler ist verpflichtet, Pressetermine vor den Spielen der Champions League und der Weltmeisterschaft zu besuchen. Ein Verweigerung droht mit einer Geldstrafe (bis zu 50.000 Euro) und sogar mit einer Sperre. In den Verträgen der Vereine sind obligatorische Interviews für offizielle Partner (Sky, BT Sport, DAZN, «Match TV») festgelegt. Der Journalist muss die «Sicherheitszone» einhalten — nicht das Aufwärmen stören, nicht während des Spiels ablenken. Fragen zu Politik, Religion und Privatleben sind ohne Zustimmung des Spielers verboten. Diese Regeln werden jedoch oft verletzt, und dann tritt der ungeschriebene Kodex in Kraft. Die gemischte Zone: Demokratie oder Dschungel Die gemischte Zone (mixed zone) ist ein Korridor, wo die Spieler nach dem Spiel durchgehen. Die Journalisten stehen in Reihen und rufen Fragen aus. Regel: Der Spieler ist nicht verpflichtet zu halten. Er kann vorbeigehen, wenn er wütend ist oder Stille wahren will. Wenn er aber hält, muss er Antworten an alle akkreditierten Medien geben, nicht nur an ausgewählte. «Aus der Menge herausziehen» ist verboten. Auch sind Provokationsfragen während des Vorbeigehens verboten — für das kann der Journalist seine Akkreditierung verlieren. Infantino und Séferin überwachen persönlich, dass die gemischte Zone nicht in ein Durcheinander verwandelt wird. Tabuthemen: die roten Linien der Fußballer Der ungeschriebene Kodex verbietet es den J ...
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