Der Künstler Tsarfin aus den weißrussischen Smilowitsch: Der vergessene Genie der «Reinkarnationen»
Einführung: Internationale Bekanntheit und lokale Vergessenheit
Chaimel (Chaimil) Tsarfin (1899-1979) ist einer der paradoxesten Phänomene in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts. Ein Künstler internationaler Klasse, whose Werke in den Sammlungen führender Museen von Tel Aviv bis Washington gesichert sind, whose Name in den Kunstkreisen Europas und der USA gut bekannt war, blieb auf seiner historischen Heimat — in Belarus — praktisch unbekannt bis in die 2000er Jahre. Geboren in dem Dorf Smilowitschi bei Minsk (bekannt auch als die Heimat von Chaim Soutine), durchlief er den Weg von der traditionellen jüdischen «Cheder» bis zu den Pariser Akademien, schuf er ein einzigartiges künstlerisches Universum an der Schnittstelle des Modernismus, des Symbolismus und des mystischen Sehens.
1. Frühe Jahre: Von Smilowitsch bis nach Jerusalem
Chaimel Tsarfin (geboren Jakow Mowschewitsch Tsarfin) wurde 1899 in einer armen orthodoxen jüdischen Familie geboren. Sein Vater war Maler und bemalte Synagogen, was die erste Schule für den zukünftigen Künstler wurde. In Smilowitsch erhielt er ein traditionelles religiöses Bildung. 1914 emigrierte die Familie nach Palästina (damals Osmanische Türkei), um vor dem Ersten Weltkrieg und den Pogromen zu fliehen. Diese Übersiedlung wurde entscheidend: In Jerusalem kam der junge Tsarfin zum ersten Mal mit der europäischen akademischen Schule in der «Schule für Kunst und Handwerk Betsalель» in Berührung. Allerdings wurden seine wahren Universitäten die alten Mauern Jerusalems, die leeren Landschaften und das Licht des Nahen Ostens, die für immer in seiner Palette verblieben.
2. Pariser Zeit: Entwicklung des Stils
1924 reiste Tsarfin, bereits mit einer Stipendium, nach Paris — die Hauptstadt des modernen Kunst. Er studierte an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts und der Académie Ranson, wo er von dem Symbolisten Maurice Denis unter ...
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