Der metaphysische Sinn der Zahl 2: Grundlage des Universums und das Prinzip der Dualität
Einführung: Der fundamentale binäre Code des Seins
Die Zahl 2 ist der erste und grundlegende Prinzip der Vielheit, des Unterschieds und der Interaktion. Wenn 1 das Absolute, das Einheitliche und unteilbare Ursprung symbolisiert, dann steht 2 für den Akt der Schöpfung durch Trennung, das Auftreten des Beobachters und des Beobachteten, des Subjekts und des Objekts. Dieses Zahl liegt der Grundlage aller dualistischen Kategorien, die menschliches Denken und die Wahrnehmung der Welt bilden: Licht und Dunkelheit, Männlich und Weiblich, Gut und Böse, Leben und Tod. Die Metaphysik der Zweier ist die Metaphysik des Verhältnisses, der Wahl, des Spiegels und des dynamischen Gleichgewichts.
1. Philosophische und kosmogonische Grundlagen: vom Einen zum Zweien
In den meisten kosmogonischen Mythen beginnt die Schöpfung mit der Trennung des ursprünglichen Chaos oder der Einheit.
Daoismus: Die höchste Konzeption wird im Lehre von Yīn und Yáng ausgedrückt. Diese beiden Anfänge sind nicht Antagonisten, sondern komplementäre und durchdringende Kräfte. Der wichtigste Symbol ist Taijitu (Große Grenze), wo schwarz und weiß nicht nur nebeneinander existieren, sondern jedes enthält den Keim des Gegenteils. Dies ist das Bild eines dynamischen, lebendigen Gleichgewichts, das alles Seiende hervorbringt (Zahl 3 und weiter). Hier ist 2 das Prinzip der erzeugenden Polarität.
Platonismus und Neuplatonismus: Bei Platon bilden der Welt der Ideen (einheitlich, ewig) und der Welt der Dinge (mehrfach, flüchtig) eine fundamentale Dualität. Der Neuplatoniker Plotin beschrieb die Emanation aus dem Einen (dem Wohlstand) durch den Verstand (Nous), der bereits das Vielheit enthält, das Prinzip der Dualität.
Hermetismus: Der Prinzip der Polarität ("Alles ist dual, alles hat Pole") ist einer der sieben hermetischen Prinzipien. Er besagt, dass Gegensätze ein und das selbe sind, das sich nur in der Grad der Manifestation unt ...
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