Kunst und Malerei über die Verbindung des Menschen mit der Natur: Wenn die Pinsel zur Stimme der Erde wird Wenn wir ein Bild betrachten, das einen Wald, ein Feld oder einen Meeresstrand darstellt, sagen wir oft: «Ein schöner Landschaftsbild». Aber hinter diesem einfachen Wort steckt etwas viel Tieferes. Die Malerei war schon lange jenes Raum, wo der Künstler nicht nur die Natur darstellen konnte, sondern sie auch verstehen, in einen Dialog mit ihr treten und versucht, ihre Seele zu fassen. Vom romantischen Nebel Kaspar David Friedrichs bis zu den beunruhigenden Dschungeln Henri Rousseaus — jeder Meister suchte seinen eigenen Weg, um über das zu erzählen, was den Menschen mit der Welt der Bäume, des Wassers und des Windes verbindet. Heute, wenn wir immer häufiger den Bruch mit der Natur spüren, werden diese Gemälde nicht nur Kunstwerke, sondern Erinnerungen daran, dass wir Teil von ihr sind. Landschaft als eigenständiger Genre: Von der Kulisse zum Hauptprotagonisten Länger Zeit diente die Natur in der Malerei nur als Hintergrund für religiöse oder historische Szenen. Wälder, Berge und Flüsse waren Dekorationen, auf denen die Dramen der Heiligen und Helden sich abspielten. Aber bereits in der Renaissance, insbesondere in den niederländischen und venezianischen Schulen, beginnt die Natur, ihren eigenen Stimme zu finden. Pieter Bruegel der Ältere zeigte in seinen Bildern das Leben der Bauern, das unzertrennlich mit der Erde, dem Wechsel der Jahreszeiten und den Rhythmen der Natur verbunden ist. In seinem «Jägers auf dem Schnee» steht der Mensch nicht dem Winter gegenüber, sondern lebt in ihm, nimmt seine Regeln an. Ein echter Durchbruch erfolgte im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, wo die Landschaft zum eigenständigen Genre wurde. Künstler wie Jacob van Ruisdael und Albert Cuyp malten Wälder, Dünen und Wolken mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit, aber ihre Bilder sind voller Poesie. Sie zeigten, dass die Natur nicht einfach existiert — sie atmet, verändert si ...
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