Pferd und Reiter. Ein Ganzes. Aber was, wenn der Reiter nicht mit den Füßen umgehen kann? Oder hat keine Hände? Oder ist sehbehindert? Dafür gibt es das Para-Reiten – ein Pferdesport für Menschen mit Behinderungen. Das ist nicht nur Rehabilitation, sondern ein echter großer Sport mit Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und verrückten Sprüngen. Wir erzählen, wie Menschen im Rollstuhl Pferde und Höhen erobern.
Was ist Para-Reiten
Para-Reiten sind Wettbewerbe im Reitsport für Sportler mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Reiten ist das Springen über Hindernisse. Die Höhe der Barrieren beträgt bis zu 1,20 m (im normalen Springreiten bis zu 1,60 m), aber für Para-Sportler ist das eine Herausforderung.
Die Sportler werden in Klassen eingeteilt (je nach Art der Behinderung). Die Einstufung erfolgt nach dem System «Grade»: I (schwerste Behinderungen: Tetraplegie, Fehlen von Gliedmaßen) bis V (leichte Behinderungen: Amputation einer Hand, Taubheit). Jede Klasse hat ihre eigenen Regeln: Adaptionsausrüstung ist erlaubt – spezielles Sattel, Zügel, sogar eine Leiter zum Aufsitzen auf das Pferd.
Para-Reiten ist seit 1996 Teil der Paralympics (Atlanta). Zunächst gab es nur Dressur (Para-Dressur), den Springreiten wurde 2020 (Tokyo) als Demonstrationsdisziplin hinzugefügt und ab 2024 (Paris) – als vollwertige Disziplin.
2026 finden die Wettbewerbe im Para-Reiten im Rahmen der Weltmeisterschaft in Hertogenbosch (Niederlande) statt. Frankreich ist einer der führenden Länder.
Wie läuft ein Wettbewerb ab
Der Parcours besteht aus 10-12 Hindernissen. Die Aufgabe ist, sauber (ohne die Latte zu stoßen), schnell, aber unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Sportlers zu passieren. Es wird ein Fehlerrückmeldungs-System verwendet: gestoßene Latte – 4 Strafpunkte, Sturz des Pferdes oder des Reiters – Disqualifikation.
Bei Sportlern mit Handbehinderungen sind spezielle Zügel, die am Sattel befestigt sind, erlaubt. Bei Sportlern mit Beinbehinderungen – spezielle Halfter, die ...
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