Die persische Zivilisation ist eine der ältesten und einflussreichsten in der Geschichte. Ihre Wurzeln reichen bis in das 6. Jahrhundert vor Christus zurück, als Kyrus der Große das Achämenidenreich gründete, und später stärkten die Sassaniden die persische Kultur, Architektur und Staatsverwaltung. Nach der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert überdauerten die persische Sprache, Poesie (Firdausi, Rumi, Hafiz), Philosophie und Bräuche nicht, sondern flossen in die islamische Kultur ein und bereicherten sie. Heute betrachten viele Völker und Länder, von Iran bis Indien, sich als Erben dieser großen Tradition. In diesem Artikel werden wir darüber sprechen, wer genau Anspruch auf das persische Erbe erhebt und was das heute bedeutet.Iran: direkte Fortsetzung PersiensIran (der Name "Persien" wurde im Westen bis 1935 verwendet) ist direkter Nachfolger der persischen Zivilisation. Die Nationalsprache ist Farsi (der moderne Persische), die Schrift ist arabisch, aber Wortschatz und Grammatik haben die alte Grundlage bewahrt. Die Iraner feiern den Nowruz (persischer Neujahr), ehren klassische Dichter und der schiitische Islam ist eng mit den vorislamischen Traditionen verwoben. Die Erinnerung an die Achämeniden- und Sassaniden-Ämter ist Teil des nationalen Selbstbewusstseins. Der Grabhügel Kyros des Großen in Pasargada ist ein Wallfahrtsort. Auch nach der islamischen Revolution von 1979 wurde der persische kulturelle Code nicht zerstört; er zeigt sich in der Architektur, im Teppichweben, in der Miniaturkunst und in der Art der Kommunikation (taaruf). Die Iraner sind stolz darauf, dass ihre Zivilisation älter ist als die griechische und römische.Tadschikistan: Hüter der persischen SpracheDie Tadschiken sind der einzige iranische Volk in Zentralasien. Ihre Sprache (tadschikisch) ist im Wesentlichen dasselbe Farsi, aber mit lateinischer Schrift. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat Tadschikistan das persische Erbe aktiv wiederbelebt: sie studieren das Werk von Rudaki (Vater der ...
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