Die Schellenharfe: Geschichte und Gegenwart zwischen Mechanik und Nostalgie
Die Schellenharfe ist nicht nur ein primitiver Musikinstrument, sondern ein komplexer soziokultureller Phänomen, der während zweihundert Jahren das Symbol der Straßenkultur, technischen List und des Zugangs der ärmsten Schichten zur Musik war. Ihre Evolution von einem eleganten aristokratischen Vergnügen bis zum Attribut des städtischen Volkskulturs und dann zum Objekt musealer und kunstlerischer Reflexion spiegelt grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft, Technologie und dem Verständnis von Klang wider.
1. Technische Essenz: Musik, auf Holz und Karton aufgenommen
Der Grundkern der Schellenharfe ist der Prinzip der programmierten mechanischen Musikwiedergabe. Dies war ein analoger «Player» der Ära vor dem Phonographen. Ihr Herz ist der Walz (Zylinder) mit sorgfältig platzierten Stiften (Stiftwalze) oder in späteren Modellen die perforierte Kartonband (Book Music). Bei der Drehung des Zylinders berühren die Stifte die Zähne des metallischen Greifers (der sogenannte «Zahnriemen»), was deren Klang erzeugt. Jeder Zahn ist auf eine bestimmte Note eingestellt.
Der Schlüsselbestandteil ist die Mechanik und die Luftsystem (wie im Orgel), die durch das Drehen der Handkurbel angetrieben werden. Der Luft wird nachgepumpt in die hölzernen oder metallischen Rohre, die beim Öffnen der Klappe, die vom Zylinder gesteuert werden, klingen. Somit ist die Schellenharfe ein kleiner tragbarer Orgel-Automat.
2. Historischer Weg: Von Salons zu den Pariser Boulevards und russischen Palästen
Ursprünge (18. Jahrhundert): Die Ahnen der Schellenharfe waren stationäre mechanische Orgeln in Kirchen und reichen Häusern Europas. Die ersten tragbaren Instrumente appeared, wahrscheinlich in Deutschland oder Italien (das Wort «Schellenharfe» kommt vom Französischen chant — Singen und orgue — Orgel, über das Deutsche Drehorgel oder das Italienische organetto). Ursprünglich waren dies teure Instrumente für die Aristokrat ...
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