Kalb und Maria in der koptischen Kultur: Synthese des präislamischen Apotropäums und der christlichen Ikonografie
Einführung: Einzigartige Synthese von Antike und Christologie
In der koptischen christlichen Tradition (Ägypten) hat die Kutsche ein einzigartiges sakrales Bedeutungsgewinn erhalten, sie ist nicht nur ein volkstümlicher Schutzamulet «für Glück», sondern auch ein visueller und semiotischer Attribut, der mit dem Cult der Jungfrau Maria (Heilige Maria, oder «Faddāma» auf koptisch) verbunden ist. Dieses Phänomen ist ein bemerkenswertes Beispiel für kulturellen Synkretismus, bei dem ein alter apotroperischer (abweisender von Bösen) Symbol, das bisislamische und möglicherweise bischristliche Wurzeln im Raum hat, organisch in das System der christlichen Vorstellungen und Rituale integriert wurde und seinen Platz im volkstümlichen Frömmigkeit und sogar in der kirchlichen Kunst gefunden hat.
Historisch-kulturelle Wurzeln: Von den Augen des Horus zur Schutzfunktion Marias
Prähistorischer Kontext: Die Form des Halbmondes (und der Kutsche als ihrer Variante) in Kulturen des Fruchtbaren Halbmondes, einschließlich Ägyptens, hatte eine tiefes symbolisches Bedeutung. Sie war mit den Hörnern heiliger Tiere (Kuh von Hathor, der göttlichen Milchmutter) und mit dem Mondsichel, Symbolen der Fruchtbarkeit, des Zyklus der Erneuerung und des Schutzes, verbunden. In einem breiteren Sinne war es eine Form eines schützenden Gartens, einer Arkade, eines Daches.
Apotroperische Funktion im alten Ägypten: Die Ägypter verwendeten verschiedene Amulette «Augen» (Udjat, Auge des Horus) zur Abschreckung von Fluch und bösen Mächten. Die Form, die an die Kutsche erinnert, konnte eine ähnliche Funktion erfüllen, symbolisierend einen schützenden Schild oder eine Barriere. Diese archaische Glaube an die schützende Kraft einer bestimmten Form überdauerte die Änderung der Religionen.
Christologische Neubesinnung des Symbols: Mit der Verbreitung des Christentums in Ägypten (1.-4. Jh.) wurden viele ...
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