Philosophieren bedeutet, Fragen zu stellen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Warum leben wir? Was ist Gerechtigkeit? Gibt es eine Seele? Diese Fragen klingen in verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Das kindliche «Warum ist das Gras grün?» ist bereits Philosophie. Der jugendliche Extremismus, die reife Reflexion, die weise Weisheit. Mit dem Alter ändert sich nicht nur das Gesicht, sondern auch die Art zu denken. Erzählen wir, wie Philosophieren mit dem Alter verbunden ist und warum es in jedem Alter nützlich ist. Kindheit: die Epoche der unendlichen «Warum?» Im Alter von 3 bis 5 Jahren stellt ein Kind täglich bis zu 300 Fragen. «Warum ist das Himmel blau?», «Wo geht die Sonne nachts hin?», «Werde ich sterben?». Das ist naive Philosophie. Das kindliche Gehirn sucht nach kausalen Beziehungen, aber es ist nicht zufrieden mit einfachen Antworten. Es will bis zur Essenz gelangen. Im Alter von 7 bis 10 Jahren tauchen Fragen zur Gerechtigkeit auf. «Warum haben wir im Klassenzimmer kein Geld, aber Wasi hat es?», «Warum gibt die Lehrerin mir eine Sechs, obwohl ich versucht habe?». Das Kind erlernt moralische Kategorien. In den Jahren 12 bis 14 Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Freiheit der Wahl. Teenager lieben es, bis zum Erbrechen zu streiten, was manchmal naiv aussieht. Das ist normal. Sie bauen ihre Wertesysteme auf. Das kindliche Philosophieren ist wertvoll durch seine Ehrlichkeit. Erwachsene schütteln oft ab: «Du wirst sehen — du wirst es verstehen». Aber dem Kind geht es nicht um Antworten, sondern um Dialog. Ermutigen Sie Fragen. Lesen Sie gemeinsam philosophische Märchen («Kalle der kleine Mann», «Der kleine Prinz»). Lachen Sie nicht. Jugend: Aufstand und Suche nach dem Selbst Im Alter von 16 bis 20 Jahren ist das Philosophieren ein Aufstand gegen die Erwachsenen, gegen das System. Jungen und Mädchen sind fasziniert vom Existentialismus (Camus, Sartre, Nietzsche). «Das Leben ist absurd», «Gott existiert nicht», «Freiheit ist die Wahl». Das is ...
Читать далее