Es war noch vor zehn Jahren ein Wunder, einen Igel in der Stadt zu treffen. Ein Waldtier, stechelig und vorsichtig, in den Betonwäldern? Und jetzt schau dir die Nachrichten an: Ein Igel wurde in Moskau am U-Bahnhof "Botanischer Garten" gesehen, und in Sankt Petersburg auf dem Rasen eines Wohnkomplexes. In Berlin und Wien sind Igel schon lange Teil der städtischen Fauna, nur sympathischer als Tauben. Was passiert? Warum geht der Igel in die Stadt und wie überlebt er dort? Und vor allem — schaden wir ihm mit unserer Liebe? Die Stadt als neuer Wald Schon fast scheint es, als hätte der Igel in der Stadt nichts zu suchen. Autos, Asphalt, Menschenmengen, nachts so hell wie am Tag. Aber der moderne Megaplatz erinnert auf eine paradoxartige Weise an die natürliche Umgebung des Igels. Erstens gibt es im Privatsektor und in neuen Wohnkomplexen grüne Flächen. Parks, Plätze, Brachflächen, Bahnsteige — das alles sind Stücke der Wildnis. Zweitens gibt es in der Stadt keine großen wilden Raubtiere — keine Füchse, keine Wölfe, keine Eulen. Der Hauptfeind des Igels, der Bär, lebt in der Stadt nicht. Es bleiben nur Hunde und Katzen, aber der Igel kann sich mit ihnen aushandeln, indem er sich zu einem Ball zusammenrollt. Drittens ist es in der Stadt warm und es gibt viel zu essen. In Mülltonnen, in Hundebuden, unter Vogelfütterungen — es gibt eine Menge leichter Nahrung. Und das ist für den omnivoren Igel ein wahres Paradies. Deswegen ist die Urbanisierung der Igel ein globaler Trend. Zum Beispiel gibt es in London mehr städtische als ländliche Igel. In Berlin leben bis zu acht Igel auf einem Quadratmeter im Park Tiergarten. In Moskau gibt es keine genaue Statistik, aber die Zoologen sprechen von einer Zunahme der Begegnungen um das 3-4-fache in den letzten fünf Jahren. Was unterscheidet den städtischen Igel vom Waldigel Es gibt viele Unterschiede. Der Waldigel ist schüchtern, geht fast nie auf Menschen aus. Der städtische Igel ist an Menschen gewöhnt. Er kann ruhig die Straße bei der ...
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