Richard Curtis über den Sinn seiner Arbeit: Zwischen Liebe, Tragödie und Hoffnung
Einführung: Schöpfer der modernen romantischen Mythologie
Richard Curtis, britischer Drehbuchautor und Regisseur, Autor von kultigen Sitcoms («Mr. Bean», «Die schwarze Schlange») und kanonischen romantischen Komödien («Vier Hochzeiten und ein Begräbnis», «Notting Hill», «True Love»), sowie Schöpfer berührender humanistischer Dramen («Ein Tag im Leben», «Godzilla»-Neuverfilmung), formuliert den Sinn seiner Arbeit weit über das einfache Vergnügen hinaus. Sein Schaffen stellt eine durchdachte, wenn auch sentimentale Antwort auf die Herausforderungen der Moderne dar, eine Oase der Güte und des Verbindens in einer Welt, die diese immer öfter verliert.
1. Grundlage der Philosophie: «Liebe überall» als ethischer Imperativ
Der bekannteste und prägnanteste Satz Currys stammt aus seinem Film «True Love» (2003): «Liebe überall». Dies ist nicht nur ein romantischer Slogan, sondern die Grundlage seines Weltbilds. In zahlreichen Interviews betont Curry, dass seine Aufgabe darin besteht, Menschen glücklicher zu machen, ihnen Hoffnung zu geben und die Wichtigkeit menschlicher Beziehungen zu erinnern.
Erweiterung des Begriffs der Liebe: Für Curry ist Liebe nicht nur das romantische Gefühl zwischen Partnern. Dies ist auch die Liebe zwischen Freunden («Vier Hochzeiten…»), die Treue (Handlungsstrang von Colin Firth und Lydia in «True Love»), die väterliche Liebe (Beziehungen zwischen Vater und Sohn von Liam Neeson) und sogar die Liebe zum Menschen als Motor der Wohltätigkeit. Seine Filme sind ein Katalog der Formen der Liebe als Hauptverbindung der Gesellschaft.
Liebe gegen Cynismus: In der Ära der postmodernen Ironie und Zerstörung wählt Curry bewusst Direktheit und emotionale Offenheit. Seine Helden sind oft unbeholfen, sprechen unpassend, aber ihre Gefühle sind ehrlich. Er sieht in der Gegenwehr gegen Cynismus, indem er zeigt, dass Ehrlichkeit und Verletzbarkeit keine Schwäche, sondern Stärke sind, ein ...
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