Verbrennung von Puppen: ein weltweiter Reinigungsritual, Erneuerung und Karnevalsbefreiung Das Feuer, das in die nächtliche Luft schießt, der Knall von brennender Stroh, die jubelnden Schreie der Menge und die Gestalt, die sich langsam im Feuer auflöst. Die Verbrennung von Puppen ist einer der ältesten, spektakulärsten und bedeutendsten Rituale, die dem Menschen bekannt sind. Vom europäischen Karneval bis zu asiatischen Festivals, von lateinamerikanischen Plätzen bis zu afrikanischen Dörfern — dieser Brauch existiert in verschiedenen Formen auf allen Kontinenten. Hinter seiner scheinbaren Einfachheit verbirgt sich ein komplexer Knoten von Bedeutungen: Reinigung von Schmutz, Vertreibung des Winters und des Todes, Sieg des Guten über das Böse, karnevalische Verunglimpfung der Macht und schließlich die symbolische Tod des Alten für die Geburt des Neuen. Das ist eine universelle Sprache, auf der die Menschheit über die Zyklizität des Lebens spricht, über die Notwendigkeit, gelegentlich die Vergangenheit zu verbrennen, um Platz für die Zukunft zu schaffen. Europa: von der Abschiednahme vom Winter bis zur Strafe des Verräters In der europäischen kulturellen Tradition hat die Verbrennung von Puppen tiefe heidnische Wurzeln, die später vom Christentum neu interpretiert wurden. Der bekannteste und bis heute lebendige Beispiel ist das slawische Maslenica. Das Strohpuppe, in weibliche Kleidung gekleidet, symbolisiert den Winter, den Kälte und den Tod. Am letzten Tag der Maslenicewoche, am Vergebungssonntag, wird es auf einem riesigen Feuer unter allgemeinem Jubel verbrannt. Dieser Brauch ist nicht nur die Abschiednahme vom Winter, sondern ein tiefes agrarischer Ritual. Unsere Vorfahren glaubten, dass alle Leiden und Schwierigkeiten mit der Puppe verbrennen, und der Asche, der auf die Felder verteilt wird, sollte den künftigen Ernteertrag sichern. Die Puppe symbolisierte die Göttin Mara — die Herrin des Kältes und der Kälte, und ihr «Tode» im Feuer symbolisierte das Wiedera ...
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