Unter den grünen Quartieren von Paris, im östlichen Teil des Bois de Boulogne, verborgen sich ein Fleck, wo die Zeit besonders fließt. Die Roseraie de Bagatelle ist nicht nur eine Sammlung von Blumen. Dies ist ein philosophischer Garten, ein Denkmal der menschlichen Leidenschaft für Schönheit und eine lebendige Chronik der Gartenkunst. Im Gegensatz zum Schloss von Versailles mit seiner geometrischen Machtgeometrie ist Bagatelle ein romantisches Refugium, wo die Rose nicht als Symbol der Monarchie, sondern als Objekt reinster Ästhetik erscheint. Ein Geschenk, das in 64 Tagen erbaut wurde Die Geschichte des Parks, in dem sich der Rosengarten befindet, beginnt im Jahr 1775. Graf d'Artois, Bruder von Ludwig XVI., kaufte ein Anwesen und wettete mit Maria Antoniette, dass er ein Schloss in zwei Monaten bauen würde. Die Pariser Architekten benötigten 64 Tage — das Schloss Bagatelle (was "Klecks" bedeutet) wurde geboren. Aber der Rosengarten selbst erschien erst viel später, im Jahr 1905. Er wurde von dem bekannten Rosenzüchter Jules Gravereaux geschaffen, der sich vorsetzte, alle bekannten Rosensorten der Welt zu sammeln. Bis 1914 umfasste die Sammlung über 8000 Arten. Heute sind es etwa 10.000, einschließlich wilder Rosen aus den Himalaya und den neuesten Züchtungswundern. Gartenarchitektur: englischer Stil und französische Eleganz Im Gegensatz zu den regulären Gärten (wie Versailles), in denen Rosen in geometrische Formen geschnitten werden, ist Bagatelle ein Landschaftspark mit windigen Wegen, Rundbögen, Arkaden, die von Kletterrosen umrankt sind. Die Komposition basiert auf Kontrasten: Hohe Schrabben stehen neben Bodendeckern, Teegartenrosen neben alten "gallischen" Rosen. Im Zentrum gibt es einen Teich mit Waterlily, um den verschiedene Sorten gepflanzt sind, die sich im Wasser widerspiegeln. Der Garten ist so gestaltet, dass in jedem Saison (von Mai bis Oktober) ein Teil besonders üppig blüht. Die Bänke sind so angeordnet, dass der Besucher die Rosen nicht von ...
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