Sozialer Kapital und wie man ihn vermehrt: Von der Theorie zur Praxis des kollektiven Wohlbefindens
Sozialer Kapital ist eine soziologische Konzeption, die Ressourcen beschreibt, die in sozialen Netzwerken, Normen des Vertrauens und der Gegenseitigkeit enthalten sind, die das kollektive Handeln erleichtern und die Effizienz der Gesellschaft erhöhen. Im Gegensatz zum finanziellen oder menschlichen Kapital gehört er nicht einem einzelnen Individuum, sondern der Struktur der Beziehungen zwischen Menschen. Die Erforschung desselben, initiiert durch die Arbeiten von Pierre Bourdieu, James Coleman und Robert Putnam, ist entscheidend, um zu verstehen, warum einige Gemeinschaften blühen, während andere stagnieren.
1. Struktur und Arten von sozialen Kapital.
Sozialer Kapital ist heterogen und wird entlang mehrerer Achsen klassifiziert:
Verbindender (bridging) vs. Verbindender (bonding) Kapital (R. Putnam):
Verbindender (bridging) sind «horizontale» Verbindungen zwischen heterogenen Gruppen (verschiedene Altersgruppen, Einkommen, Ethnie). Dies sind schwache, aber breite Verbindungen, die Zugang zu neuer Information, Ressourcen und Innovationen bieten. Beispiel: Bekanntschaften über eine berufliche Konferenz.
Verbindender (bonding) sind «vertikale» Verbindungen innerhalb einer homogenen Gruppe (Familie, enge Freunde, religiöse Gemeinschaft). Dies sind starke Verbindungen, die emotionale Unterstützung und Solidarität in Krisenzeiten bieten, aber manchmal zur Isolation der Gruppe führen.
Niedergang (linking) Kapital (M. Woolcock): Verbindungen zu Vertretern der Macht, Institutionen, Menschen, die Einfluss und Zugang zu Ressourcen haben. Dies sind Verbindungen durch Hierarchie, die für die Mobilisierung externer Ressourcen und politischen Einflusses erforderlich sind.
Ein hohes Niveau des Wohlbefindens in der Gesellschaft wird durch eine ausgewogene Kombination aller drei Typen erreicht.
2. Messbare Vorteile: Warum sozialer Kapital wichtig ist.
Empirische Studien zeigen eine dire ...
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