Statistik und Effizienz der Arbeit von Beamten im öffentlichen Dienst: Zwischen dem Procrustesbett der KPI und dem Gemeinwohl
Die Bewertung der Effizienz von Beamten durch statistische Indikatoren stellt eine der schwierigsten Aufgaben im öffentlichen Verwaltungswesen dar. Im Gegensatz zum kommerziellen Sektor, wo der Gewinn der Hauptkriterium ist, ist die Effizienz in einem öffentlichen Dienst mit der Erreichung des Gemeinwohls, der sozialen Gerechtigkeit und der Erfüllung der Gesetze verbunden, was schwer quantifizierbar ist.
Grundlegenden Paradigmen der Messung: Von der bürokratischen zur neuen öffentlichen
Die klassische bürokratische Modell (M. Weber). Die Effizienz wird durch die Einhaltung von Verfahren und Regeln gemessen. Hierbei handelt es sich um die Statistik, die die Verarbeitung von Dokumenten, die Einhaltung von Fristen und das Fehlen von Verstößen erfasst. Kritiker nennen dies den «Syndrom des rituellen Akts»: Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis. Beispiel: Der Erfolg einer Passstelle wird nicht durch die Zufriedenheit der Bürger gemessen, sondern durch die Anzahl der ausgestellten Pässe und den Nullprozentsatz von Fehlern in den Dokumenten, was durch die Verlängerung der Überprüfungszeit und der Warteschlangen erreicht werden kann.
Die neue öffentliche Verwaltungsmethode (New Public Management, NPM). Seit den 1980er Jahren werden im öffentlichen Verwaltungswesen marktwirtschaftliche Mechanismen eingeführt: KPI (key performance indicators), öffentliche Aufgaben, leistungsorientierte Haushaltsplanung. Hierbei konzentriert sich die Statistik auf die Ergebnisse (outcomes) und nicht auf die Prozesse (outputs). Zum Beispiel wird die Effizienz der Arbeitslosenvermittlung nicht nach der Anzahl der registrierten Arbeitslosen, sondern nach dem Prozentsatz der Beschäftigten bewertet.
Ein paradoxes Beispiel aus Großbritannien (Ära NPM): Die Polizei, für die KPI zur Aufklärung kleiner Diebstähle eingeführt wurden, begann, diese als «Verlust von Eigentum» z ...
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