Wir feiern den Tag der russischen Sprache am 6. Juni, dem Geburtstag Puschkins. Aber die Sprache lebt nicht nur in Museen und Lehrbüchern. Sie atmet in Chats, TikTok-Videos, in Werbung, in wütenden Kommentaren unter Nachrichten. Was ist ihre wahre Natur? Und wie wird sie in 20 Jahren sein? Darauf geht es ohne Panik, ohne Euphorie, ehrlich. Russische Sprache heute: Zahlen und Fakten Russisch ist einer der sechs offiziellen Sprachen der UNO. Weltweit sprechen etwa 260 Millionen Menschen Russisch. Es belegt den 8. Platz in der Verbreitung (nach Chinesisch, Spanisch, Englisch). In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Kasachstan, Belarus, Kirgistan) bleibt es die Sprache des interethnischen Austauschs. Allerdings schwächen sich seine Positionen ab: Die Jugend in Estland, Georgien, der Ukraine nutzt Russisch immer seltener. In Russland selbst sinkt die Anzahl der Sprecher aufgrund von Migration und Demografie. Aber das Hauptthema ist die Veränderung des Spraches selbst. Was passiert mit dem Russischen gerade Haupttrends: Fremdwörter (fast alle neuen Technologien kommen mit Englisch); Kürze (kurze Phrasen, Emojis, Abkürzungen wie "lmao", "kek", "wtf"); Verwischung der Normen ("ihren", "dummköpfe" in Nachrichten); Zunahme von unflätlicher Sprache (insbesondere im Internet). Viele schlagen Alarm: Die Sprache stirbt aus. Aber das ist nicht ein Tod, sondern eine Transformation. Der literarische Sprache bleibt in Büchern und offiziellen Dokumenten, während die gesprochene Sprache sich ändert. Das Problem liegt nicht in den Veränderungen, sondern im Bruch: Die Schule lehrt eines, das Leben etwas anderes. Kinder verstehen die Klassik nicht, und Erwachsene verstehen den Slang nicht. Tag der russischen Sprache als Erinnerung 6. Juni ist nicht der Tag des Linguisten. Es ist der Tag für alle, die Russisch sprechen. In Schulen werden Diktate geschrieben, in Bibliotheken werden Vorlesungen gehalten. In den sozialen Netzwerken gibt es den Flashmob "mein Lieblings-Puschkin-Stroph". ...
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